Sechs spiele ohne niederlage: rb-leipzigerinnen schieben freiburg beiseite
Kein Spektakel, aber ein Statement. Mit dem 2:0 gegen Freiburg brennen die Frauen von RB Leipzig ihre Serie von sechs ungeschlagenen Partien in die Tabelle und springen auf Rang neun – ein Sprung, der vor Wochen noch wie Wunschdenken wirkte.
Landenberger und boboy schrauben die latte höher
52. Minute, Stadion dunkelrot gedämpft. Julia Landenberger legt sich den Ball zurecht, 18 Meter, halblinks. Der Freistoß knallt unter die Querlatte, Rebecca Adamczyk bleibt starr – 1:0, die Leipziger Führung. Die Antwort der Gäste? Gelb-Rot für Nicole Ojukwu, wegen wiederholten Foulspiels. Freiburg rennt fortan mit zehn Mann, die Luft geht raus. 78. Minute: Delice Boboy nimmt Maß, zirkelt aus halber Höhe, trifft die Unterkante der Latte – Abpraller, drin. 2:0, Entscheidung.
Trainer Jonas Stephan atmet tief durch. „Wir haben das Spiel seriös angegangen, keine Risikokaskaden, keine Show. Souveränität lautet das Stichwort.“ Statistik: 12:5 Torschüsse, 60 % Ballbesitz nach der Pause, Leipzig diktiert das Tempo, ohne zu glitzern.
Oben schaut die Liga anders aus. Die Leipzigerinnen haben 21 Punkte, nur noch drei Zähter hinter Eintracht Frankfurt. Europa? Noch ein ferner Traum, aber der Anschluss ist da, der Glaube auch. „Sechs Spiele ohne Niederlage“ – das ist keine Randnotiz mehr, sondern ein Brandmal, das sich langsam in den Kampf um internationale Plätze brennt.

Jena versinkt im keller
Am selben Abend rutscht Carl Zeiss Jena tiefer. 0:1 in Leverkusen, Katharina Piljic trifft früh, die Thüringer finden keine Antwort. Nelly Juckel vergibt in der Nachspielzeit aus fünf Metern – Symbolbild für eine Saison voller vergeblicher Läufe. Fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, acht Spieltage noch. Die Uhr tickt lauter als der Schiri pfeift.
RB Leipzig feiert, Jena zählt. Zwischen beiden klafft eine Welt, gemessen in Punkten, aber auch in Moral. Die Leipziger haben ihre Grind-Phase hinter sich, jetzt kommen die Spiele, die über Schicksal entscheiden. Nächster Gegner: Turbine Potsdam. Wenn die Serie dann sieben heißt, wird das Red Bull-Frauen-Ensemble plötzlich zum Geheimtipp der Rückrunde.
