Füchse entkommen dem kasseler k.o. mit einem overtime-kracher
Sieben Minuten Himmel, 68 Minuten Hölle – und dann der Lucky Punch von Kyle Havlena. Die Lausitzer Füchse haben sich in Kassel nicht nur ihr erstes Play-off-Lebenszeichen erkämpft, sondern die Serie mit einem 4:3 nach Verlängerung wieder geöffnet. Die Sachsen lagen zwischenzeitlich 0:3 zurück, kassierten im zweiten Drittel zwei blitzschnelle Gegentore und mussten in die Overtime, wo sie mit 17:7-Torschüssen dominierten und Havlena 4:46 Minuten vor Ende die Scheibe im Kasseler Tor versenkte.
Das erste drittel war ein traum, der rest ein albtraum
Tom Knobloch traf doppelt innerhalb von 13 Sekunden, John Broda erhöhte auf 3:0 – die Füchse spielten sich in einen Rausch. Doch genau diese Euphorie wurde zur Falle. Kassel drehte das Spiel mit einem 3:0-Zwischenstand in den zweiten 20 Minuten komplett, Dominic Turgeon und Simon Schütz verkürzten, Bode Wilde glich in der 48. Minute aus. Die Lausitzer wirkten plötzlich wie gelähmt, die Huskies wie entfesselt.
Die Overtime wurde zur Schaukelschlacht: fünf Minuten Powerplay für Kassel, zwei Schlägereien, ein Pfostenschuss der Gastgeber – und dann Havlena. Der Verteidiger nahm eine Abpraller vom eigenen Schuss, zog direkt ab und traf unhaltbar für Kassels Keeper. Die Füchse jubelten wie nach einem Endspiel, die Huskies starrten ins Leere.

Serie lebt – aber die lücken bleiben
Weißwasser hat zwar den Anschluss, die Defizile sind aber offensichtlich: Die Special Teams liefen nur in Phasen, die Defensive bröckelte im Slot, und die Bude von Starter Niklas Treutle wurde zur 60-Minuten-Angstzone. Kassel wird am Dienstag in der heimischen Eisarena versuchen, die Füchse erneut in die Knie zu zwingen – und diesmal ohne die Nervosität des ersten Heimspiels.
Für die Füchse zählt jetzt nur eins: Die Serie ist 2:1, nicht 3:0 – und das ist der Unterschied zwischen Sommerpause und Traum vom Halbfinale. Wer in der DEL2 Play-offs überlebt, muss auch die dritte Nacht überstehen. Die Füchse haben bewiesen, dass sie dazu in der Lage sind – wenn sie ihre Kopf- und Beinarbeit zusammenbringen.
