Sc dhfk leipzig bangt, leipziger gruppe ballert: sponsor bleibt auch im falle abstieg
Sie stehen auf Platz 18, kassieren Niederlage um Niederlage – und kriegen trotzdem Geld. Die Leipziger Gruppe verlängert ihr milliardenschweres Hauptsponsoring beim SC DHfK Leipzig, egal ob 1. oder 2. Liga. Ein Veto gegen den klassischen Abstiegsfluch, der Vereine sonst in den Ruin treibt.
Signal gegen den turbo-abstieg
Klaus Trotter, Vorstand der Leipziger Gruppe, nennt das «Sturm-Taktik». Auf dem Feld gehe es um harte Checks, «als Partner bewahren wir die Ruhe». Die Botschaft: Der Sponsoring-Vertrag enthält keen Ausstieg wegen sportlichen Versagens. Frank Viereckl, Konzernkommunikationschef, schiebt nach: «Abgerechnet wird erst nach der 60. Minute des letzten Spieltags.» Bis dahin springt die Geldkasse, selbst wenn Leipzig am 7. Juni 2026 als Letzter dasteht.
Die Folge: Rund 50 Prozent des Etats für beide Ligen sind schon gesichert. Karsten Günther, Geschäftsführer des Clubs, atmet auf. «Das Vertrauen hilft uns, den Fokus auf den Klassenerhalt zu legen», sagt er. Kein Spieler soll im Sommer wegen Gehaltsunsicherheit den Abflug machen, kein Trainer die Controlling-Excel-Tabelle für die Regionalliga aufmachen.

Restprogramm mit zählbares
Am Sonntag, 29. März, empfangen die Sachsen den ThSV Eisenach. Es ist das erste von zehn Endspielen, in denen sie mindestens sieben Punkte brauchen, um den Relegationsplatz zu erreichen. Die Quarterback Immobilien Arena soll endlich wieder brüllen – diesmal nicht wegen des Gegentors in letzter Sekunde, sondern wegen eines Sieges, der die Tabelle zum ersten Mal seit Wochen nach oben kippt.
Die Leipziger Gruppe kann sich den Spaß leisten: Der Mischkonzern macht jährlich Milliardenumsätze mit Versicherungen, Gebäudetechnik und IT-Dienstleistungen. Die Marke DHfK prangt seit 2022 auf der Brust, nun auch 2026/27 – unabhängig von der Liga-Logo-Stückelung neben dem Vereinswappen. Ein Beispiel, das andere Traditionsklubs im Strudel der Abstiegszone nur neidisch zur Kenntnis nehmen.
Leipzig nutzt die Atempause, um Strukturen zu schärfen: ein reduzierter Kader mit jungen Wilden aus der eigenen Sportschule, dazu ein eingespieltes Trainerteam um Co-Legende Christian Prokop. Die Devise lautet: Jetzt erst recht. Denn wer nach der Saison in der 2. Liga startet, braucht schon am ersten Spieltag Siege – und die kosten genauso Geld wie Heimspiele gegen Magdeburg oder Flensburg.
Die Leipziger Gruppe jedenfalls rechnet nicht mit Rabatt. «Wir wollen mit dem SC DHfK nicht nur überleben, sondern aufsteigen», sagt Viereckl. Wenn das gelingt, könnte der Deal als Blaupause für künftige Sponsoringverträge dienen: ligaunabhängig, langfristig, leidenschaftlich. Der SC DHfK hat den Sturm, der Geldgeber liefert das Schiff. Jetzt muss nur noch der Handball reinpassen.
