Hertha bsc: sponsoring-drama droht – vertrauen zerbricht!

Berlin – Bei Hertha BSC brodelt es erneut. Während die Fans sich auf die kommende Saison in der zweiten Liga freuen, zeichnet sich hinter den Kulissen ein brisanter Konflikt mit dem Hauptsponsor CheckCars24 ab. Es geht um Geld, Vertrauen und möglicherweise die Zukunft des gesamten Vereins.

Millionen fehlen – droht ein dominoeffekt?

Millionen fehlen – droht ein dominoeffekt?

Der Online-Autohändler CheckCars24, der seit 2024 als Hauptsponsor fungiert, soll Hertha BSC seit November 2025 keine Zahlungen mehr geleistet haben. Das Sponsoring-Volumen für die laufende Saison wird auf über zwei Millionen Euro geschätzt. Rechnen wir nach: Eine Million Euro an ausstehenden Beträgen – das ist eine Summe, die in der angespannten finanziellen Lage des Klubs ein erhebliches Loch reißen kann.

Was den Fall noch komplizierter macht: Im Gegensatz zu üblichen Vereinbarungen soll der Vertrag mit CheckCars24 keine Bürgschaft für den Fall von Zahlungsausfällen enthalten haben. Ein Fehltritt, der Hertha BSC nun teuer zu stehen droht.

Der damalige Geschäftsführer Thomas E. Herrich hatte im Juni 2024 noch von einer „idealen Ergänzung“ und „großem gegenseitigen Vertrauen“ gesprochen. Diese Worte klingen heute bitter ironisch. Die Identifikation der Verantwortlichen mit dem Verein, so Herrich damals, sei „spürbar und ehrlich“. Wie ehrlich war das eigentlich?

Ein Deal aus der Not heraus? Insidern zufolge wurde der Vertrag vor gut zwei Jahren vor allem von Herrich forciert, nicht von den üblichen Marketingpartnern. Möglicherweise war man in der Not gezwungen, einen Deal einzugehen, der heute als riskant erscheint. Aber schon damals, so heißt es, war nicht die Frage, ob die Partnerschaft scheitern würde, sondern wann.

Die finanzielle Situation bei Hertha BSC ist prekär. Für den anstehenden Transfersommer muss ein zweistelliger Millionenüberschuss erwirtschaftet werden. Verkäufe von Top-Talenten wie Kennet Eichhorn sind wahrscheinlich, um die Kaderkosten drastisch zu senken. Nach der Fast-Insolvenz 2023 wurde zwar ein Konsolidierungskurs eingeschlagen, doch die Ausgaben waren auch in der letzten Saison – trotz verfehlter Aufstiegsziele – unverhältnismäßig hoch.

Die DFL prüft derzeit die Eigenkapallösung des Klubs. Eine Kapitalmaßnahme durch den Hauptgesellschafter A-CAP soll Teil der Lösung sein. Ob der Vertrag mit CheckCars24 vorzeitig beendet wird, ist derzeit Gegenstand von Überlegungen.

Hertha BSC hat auf Medienanfragen mit dem üblichen Standardstatement reagiert: „Wir stehen mit all unseren Partnern und Sponsoren in einem regelmäßigen und konstruktiven Austausch.“ Klare Worte, die wenig Aufschluss über die tatsächliche Lage geben.

Es ist nicht das erste Sponsoring-Desaster in der Hauptstadt. 2020 war der Discounter TEDi plötzlich von den Trikots verschwunden, und auch im Sommer 2024 gab es Probleme mit dem Ärmelpartner CG Elementum. Ein trauriges Muster bei Hertha BSC.

Geschäftsführer Peter Görlich hatte auf der Mitgliederversammlung gefordert: „Wir müssen weniger auf Druck von außen reagieren, sondern mehr konsequente Führung von innen heraus.“ Gut gemeint, aber in Berlin braucht man derzeit vor allem eines: sportlichen Erfolg und weniger Schlagzeilen.