Premier-league-trainerkarussell 24/26: vier klubs, 17 entlassungen – die zahlen sprechen gegen die chefs
- Nottingham forest: vier coaches, ein europa-league-halbfinale – und trotzdem nur fünf punkte luft
- West ham: von platz 19 bis europa-aspirant – nuno und paco jémez drehen den spieß um
- Tottenham: de zerbi landet im sinkflug – tudor hinterlässt 1/15 und ein grab
- Chelsea: maresca raus, rosenior drin – aus top 5 wird platz 6 und talfahrt
- Manchester united: carrick statt amorim – 26/36 punkte und die rückkehr zur alten größe
14 Trainerwechsel in der Saison 2022/23 waren Rekord. Jetzt, fünf Spieltage vor Schluss, stehen bereits neun Trennungen in sechs Klubs fest – und die Bilanz ist brachial: Wer im Winter zuschlug, rutscht teils noch tiefer, wer wartet, verpasst die Kurskorrektur. Die Tabelle lügt nicht, sie lacht nur.
Nottingham forest: vier coaches, ein europa-league-halbfinale – und trotzdem nur fünf punkte luft
Nuno Espírito Santo sammelte vier Zähler in drei Partien, wurde trotzdem rausgeworfen. Ange Postecoglou folgte, holte aus 15 möglichen Punkten einen einzigen – Abstiegsplatz. Sean Dyche schaffte den klassischen Dyche-Sprint: 22 Punkte in 17 Spielen, genug, um auf Relegationsrang zu kreuzen. Dann kam Vitor Pereira, der Mann, den Wolverhampton zuvor nach 2/30 Zählern löste. Bei Forest sieht die Welt plötzlich anders aus: fünf Spiele ohne Niederlage, Sieg bei Tottenham, Remis gegen City. Die Fans trauen sich wieder eine Runde Bier zu bestellen – aber die Rechnung kommt erst noch.

West ham: von platz 19 bis europa-aspirant – nuno und paco jémez drehen den spieß um
Graham Potter schaffte 3/15 Punkte, flog raus. Nuno übernahm, zog mit 30/84 Zählern das Team auf Rang 17 – und das, seitdem Assistenzcoach Paco Jémez an Bord ist, sind die Hammers das sechstbeste Team der Rückrunde. Der Spanier lacht, wenn er sagt: „Wenn ich West Ham retten würde, stünde ich nächste Saison in der Champions League auf dem Rasen.“ Die Zahlen geben ihm recht: 19 der 30 Punkte nach seiner Amtsübernahme. Tottenham liegt nun zwei Zähler hinter dem alten Angstgegner – und das, obwohl die Londoner gerade erst ihren dritten Coach der Saison installiert haben.

Tottenham: de zerbi landet im sinkflug – tudor hinterlässt 1/15 und ein grab
Thomas Frank schaffte 29/78 Punkte, reichte für Rang 16. Igor Tudor übernahm, kassierte 1/15 – Abstiegszone. Roberto De Zerbi kam, sah, kriegte ein Remis, eine Niederlage, keine Siege. Die Spurs sind jetzt tiefer als zur Zeit von Franks Entlassung. Die Mission „noch ein paar Plätze nach oben“ mutiert zur Nagelprobe. Die Kurve schreit, die Tabelle flüstert: Ihr habt euch selbst abgestraft.

Chelsea: maresca raus, rosenior drin – aus top 5 wird platz 6 und talfahrt
Enzo Maresca lag bei seiner Entlassung auf Rang fünf. Liam Rosenior nahm das Ruder, rutschte auf Platz sechs – und dahinter lauert der Fulham nur drei Punkte entfernt. Vier Pleiten in Serie, kein Tor in den letzten vier Partien, Champions-League-Aus, Carabao-Cup-Halbfinale. Die FA-Cup-Halbfinale gegen Leeds wird zur letzten Rettungsinsel. Die Fans fragen sich nicht mehr, ob der Coach bleibt, sondern wie viele Spieler mit ihm gehen.
Manchester united: carrick statt amorim – 26/36 punkte und die rückkehr zur alten größe
Während London zittert, feiert Manchester einen Interims-Coach. Michael Carrick holte aus 36 möglichen Punkten 26 – mehr als jeder andere Klub seit seiner Ernennung. Der Sieg beim Chelsea-Auswärtsspiel war keine Eintagsfliege, sondern die Visitenkarte eines Mannes, der die Kabine wieder hinter sich versammelt. Champions-League-Platz zum Greifen nah, zwei Jahre Abstinenz könnten vorbei sein. Die Devise: „Wir wollen nicht nur Ergebnisse, wir wollen wieder spielen wie United.“ Die Tabelle nickt zustimmend.
Die Lehre aus 24/26: Wer früh feuert, schafft oft nur mehr Chaos. Wer wartet, verpasst die Wende. Und wer den richtigen Mann zur richtigen Zeit findet, darf am Ende wieder vom Fußball träumen – statt von der nächsten Entlassung.
