Nowitzki: frauen-basketball boomt – und die wm wird entscheidend!
Dirk Nowitzki, der deutsche Basketball-Titan, hat in Berlin nicht nur seine Aufnahme in die FIBA Hall of Fame gefeiert, sondern auch einen tiefen Einblick in die Zukunft des deutschen Basketballs gegeben. Während er auf seine eigenen Anfänge zurückblickte, sprach der 47-Jährige offen über die rasante Entwicklung des Sports, die wachsende Bedeutung des Frauenbasketballs und die Herausforderungen, die das College-System mit sich bringt – ein Thema, das die Bundesliga zunehmend beschäftigt.
Die frauen-nationalmannschaft: viertelfinal-ziel und mehr
Nowitzki zeigte sich beeindruckt von den Fortschritten des deutschen Frauenbasketballs. „Wir haben einen weiten Weg zurückgelegt“, betonte er. Besonders hervorhob er das Erreichen des Viertelfinals bei den Olympischen Spielen in Paris, einen „Riesenerfolg“. Allerdings wünscht er sich, dass die Spielerinnen der WNBA die Möglichkeit haben, bei der bevorstehenden Heim-WM in Berlin dabei zu sein. „Wenn wir alle gesund sind und die volle Mannschaft an den Start schicken können, dann ist da schon einiges drin.“ Das Ziel sei klar: Das Viertelfinale, und dann gilt es, abzuwarten, wie sich das Team im Turnier präsentieren wird. Die Euphorie der Fans, die sich bereits durch den großartigen Ticketverkauf bemerkbar macht, soll genutzt werden, ohne den Druck zu groß werden zu lassen.

Die schattenseite des college-systems
Ein weiterer Diskussionspunkt war die zunehmende Abwanderung junger Talente in die USA, um ein College-Studium mit lukrativen NIL-Verträgen (Name, Image, Likeness) zu verbinden. „Das NIL hat alles verändert“, erklärte Nowitzki. „Für die Klubs ist das natürlich schwierig, weil die Talente mit 18 wegrennen, wenn sie dort ein Vielfaches verdienen können.“ Er räumte ein, dass die Colleges hervorragende Ressourcen bieten, aber kritisierte das aktuelle System, in dem Spieler „von einem College aufs nächste hüpfen, weil da ein bisschen mehr bezahlt wird.“ Eine gemeinsame Anstrengung von FIBA und den Colleges sei notwendig, um neue Regeln zu schaffen und die Jugendlichen weiterhin für den Nationalmannschafts-Spielbetrieb zu gewinnen.

Nowitzkis vermächtnis und die dbb-nationalmannschaft
Nowitzki blickte auch auf seine eigene Karriere zurück und bezeichnete die Aufnahme in die FIBA Hall of Fame als eine große Ehre, die ihn an seine Anfänge in der Kadetten- und Juniorennationalmannschaft erinnerte. Er gestand, dass er es sich nie hätte träumen lassen, dass Deutschland amtierender Europa- und Weltmeister wird. „Klar wäre es schön gewesen, mit dieser Truppe zu spielen“, sagte er über die aktuelle DBB-Nationalmannschaft, die er als „die tiefste Generation, die wir je hatten“ bezeichnete. Er wünschte sich, er hätte in seiner Prime mit diesen jungen Talenten spielen können.

Ein blick in die zukunft: gesundheit und mentoring
Nowitzki gab zudem ein Update zu seinem eigenen Wohlbefinden. „Mir geht es wieder besser. Ich habe ein bisschen Gewicht verloren, das hilft“, so der ehemalige Superstar. Er schloss eine Mentorenrolle in der Zukunft nicht aus, insbesondere im Hinblick auf junge Talente wie Hannes Steinbach, betonte aber, dass dies nur in Vollzeit möglich sei.
