Iran droht mit wm-boykott – sportminister nennt usa „mörder“
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 rückt näher, doch ein Schatten liegt schwer auf dem Turnier: Der Iran wirft den USA vor, seinen „Führer ermordet“ zu haben und kündigt öffentlich den Boykott der Endrunde an. Sportminister Ahmad Donjamali sagte im Staatsfernsehen, man werde unter „keinen Umständen“ nach USA, Kanada und Mexiko reisen. Die Bombe platzte am Dienstagabend im IRIB Sports Network – und sie zündet sofort.
„Unsere jungs sind nicht sicher“
Donjamali legt nach: In den vergangenen neun Monaten seien dem Iran zwei Kriege aufgezwungen worden, mehrere Tausend Iraner getötet worden. Deshalb fehlten „jegliche Rahmenbedingungen“ für eine WM-Teilnahme. Der Verband selbst schweigt offiziell, doch Verbandschef Mehdi Taj pflichtet ausgerechnet nach dem Debakel der Frauen-Nationalmannschaft beim Afrika-Cup bei: „Welcher vernünftige Mensch schickt seine Mannschaft in die USA, wenn es dort genauso politisch zugeht wie in Australien?“
Hintergrund: Nach dem Vorrunden-Aus australischer Frauen blieben mehrere Spielerinnen dort und erhielten humanitäre Visa. Die Männer-Nationalmannschaft sollte in Gruppe G auf Belgien, Ägypten und Neuseeland treffen – alle drei Spiele in amerikanischen Stadien. Sollte der Iran die Gruppenphase überstehen, winkt sogar ein Achtelfinale gegen Gastgeber USA. Doch die Reise scheint vom Tisch.

Fifa erschrickt, trump zuckt mit den schultern
FIFA-Präsident Gianni Infantino beruft sich auf ein Gespräch mit Donald Trump und versichert, die iranische Mannschaft sei „natürlich herzlich“ eingeladen. Trump selbst kontert lapidar: „Es ist mir wirklich egal.“ Die FIFA muss nun umplanen: Sollte der Boykott offiziell werden, verliert das Turnier nicht nur eine der stärksten asiatischen Mannschaften, sondern auch eine TV-Quote von Millionen iranischen Zuschauern. Die Auslosung im Dezember fand ohnehin ohne Taj statt – ihm war das US-Visum verweigert worden.
Die Uhr tickt. Bis Juni 2026 sind es noch 15 Monate, doch die politische Brisanz dürfte nicht abkühlen. Die FIFA steht vor einem Dilemma: Strafen gegen den Iran würden den Boykott bestätigen, ein Nachgeben würde Präzedenz schaffen. Der Weltverband schweigt bislang zu offiziellen Sanktionen. Die Verbände der Gegner haben bereits intern erste Szenarien durchgerechnet: Sollte der Iran ausfallen, rückt Oman als nächstbestes asiatisches Team nach. Die Tickets für die drei Gruppenspiele in Atlanta, Los Angeles und Seattle sind längst verkauft – ein Umtausch würde Millionen kosten.
Der iranische Boykott wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Vermischung von Politik und Sport. Die Athleten werden zur Zielscheibe, die Fans zur Geisel. Die WM 2026 droht, zur größten politischen Bühne des globalen Sports zu werden – mit oder ohne Iran. Die nächste Woche wird zeigen, ob Donjamali seine Drohung wahr macht oder ob hinter den Kulissen ein Kompromiss schmort. Bis dahin bleibt die Fußball-Welt in Atem – und die USA wappnen sich für ein Turnier, das schon jetzt mehr ist als nur ein Spiel.
