Eutin 08 verliert doppelführung: jaacks zur macht, dippert zur freundin
Der Sommer wird zum Schnitt. Dennis Jaacks zieht in den Ratssaal, Leon Dippert zieht die Schuhe aus. Nach 66 Treffern in 106 Spielen verlässt der 1,92-Meter-Mann den Waldeck – und reißt ein Tor ein, das kaum jemand schließen kann.
Jaacks gewinnt bürgermeisterwahl mit 87,7 prozent
Die Prozentzahl ist ein Schlag ins Kontor der Opposition. 87,7 für Jaacks, 12,3 für den Rest. Die Trainerbank ist Geschichte, das Amt in Ratekau ruft. „Ich habe meiner Mannschaft immer gesagt: Wenn wir spielen, geht’s um Raum. Jetzt geht’s um Räte“, sagt er halb lachend, halb wehmütig. Der 41-Jährige nimmt die taktische Mappe mit, lässt aber eine Lücke zurück, die größer ist als jede Kurve.
Die Lücke trägt Dippert im Nacken. Sechs Jahre pendeln zwischen Lübeck und Eutin, 66-mal jubeln, sechs Vorlagen, unzählige Gegner mit Rückenwind. „Die Autobahn wird zur zweiten Wohnung“, sagt er. „Und die Freundin zur Fremden.“ Schichtdienst, Türklinke, Alltag. Jetzt will er „normale Abendessen“ statt „Spätnachbesprechung“.

15 Punkte, 13 spiele, ein letzter sprint
Die Tabelle ist kein Schönheitspflaster. Letzter Platz, Abstiegszone, Alarmstufe Rot. Dippert schaut nicht weg. „Ich werde alles dafür tun, dass wir die Klasse halten“, sagt er. Die Worte klingen wie ein Schwur. Hussein Sharba ist schon zurück, 17 Tore in der Vorsaison, frisch aus Bagdad, wieder im Blau-Weiß. Gemeinsam sollen sie den Knoten platzen lassen, bevor sie sich trennen.
Der FC Dornbreite lauert. Steinrader Damm, fünf Minuten Fußweg, kein Kompass nötig. Dort könnte Dippert künftig den Rasen mähen statt den Ball jagen. „Ich will nicht mit einem Abstieg Abschied nehmen“, sagt er. Die Saison endet am 25. Mai. Bis dahin zählt nur eines: Punkte. Danach zählt die Freundin. Und vielleicht ein neues Tor, das nicht im Protokoll steht.
