Paris schlägt zurück und beendet odermatts saison mit einem paukenschlag

Ein letztes Mal zog Dominik Paris die schnellere Linie – und schob sich auf der Olympia-Piste von Lillehammer 1994 noch in die Top-3 der Abfahrtswertung. Der 36-jährige Südtiroler setzte sich beim Weltcup-Finale in Kvitfjell vor Franjo von Allmen (+0,19 s) und Vincent Kriechmayr (+0,60 s) durch. Für Paris war es der fünfte Abfahrts-Sieg seiner Karriere, für das deutsche Skiteam ein weiterer Tag ohne Starter.

Die kristallkugel war schon vergeben – der stolz noch nicht

Marco Odermatt hatte sich die kleine Kristallkugel bereits gesichert, verpasste in Norwegen aber das Podest und wurde nur Siebter. Das reichte, um die Disziplinen-Krone zu retten, raubte ihm aber die Möglichkeit, mit einem Sieg in die Sommerpause zu gehen. Paris hingegen fuhr, als hätte er nichts zu verlieren – was stimmt. Nach zwei Wintern mit Rückschlägen, Materialwechsel und Trainingsrückständen zeigte er, warum er einst die schnellste Abfahrtszeit der Geschichte auf der Streif fuhr.

Die Uhr stoppte bei 1:44,98 Minuten. Dahinter: ein Schweizer, der sich in die Bücher fahren will, und ein Österreicher, der die Saison mit einem Paukenschlag beenden musste. Kriechmayr schob sich durch den dritten Platz noch an Giovanni Franzoni vorbei – ein Mini-Drama um Rang vier der Jahreswertung, das niemand kommen sah.

Das deutsche abfahrtsdesaster ist komplett

Das deutsche abfahrtsdesaster ist komplett

Kein deutscher Skifahrer am Start – das war keine Taktik, sondern die bittere Bilanz eines Winters, in dem die DSV-Herren in neun Abfahrten nur einmal in die Top-30 kamen. Luis Vogt fiel verletzt aus, Simon Jocher reichte es nur für den Super-G am Sonntag. Die Konsequenz: Das Team um Trainer Christian Schwaiger muss sich neue Ziele setzen. „Wir müssen analysieren, warum wir in der Geschwindigkeit nicht mithalten können“, sagte Schwaiger nach dem Rennen. Die Antwort wird weh tun: Material, Körperspannung, Mut – alles schien in diesem Winter nicht auf DSV-Niveau.

Paris feierte ausgelassen, Odermatt nahm die Kugel entgegen – und die deutsche Abfahrt nahm die nächste Packung mit nach Hause. Der Weltcup ist vorbei, die Lücke nach oben aber größer denn je.