Hockey-sensation aus argentinien: wie südamerika bremen erobert

Bremen ist plötzlich mehr als nur Werder und Tim Müllers Torinstinkt. Eine Gruppe von fünf argentinischen Hockey-Spielerinnen hat den Bremer Hockey Club (BHC) im Sturm erobert – und bringt nicht nur außergewöhnliches Können, sondern auch eine ganz eigene Lebensphilosophie mit.

Eine neue mentalität auf dem platz

Eine neue mentalität auf dem platz

Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Der Mate-Tee, der in jeder Pause zirkuliert, die offene Art, die Herzlichkeit, mit der die Spielerinnen in das Team integriert werden. Und dann natürlich das Spiel selbst: Die argentinischen Nationalspielerinnen bringen eine Intensität und Leidenschaft mit, die den BHC-Spielern neuen Schwung verleiht. Delfina Granatto, bereits zum zweiten Mal in Bremen, erklärt: „Wir bringen viel Erfahrung mit ins Team. Wir gehören zu den Besten. Wir gehen mit unserem Hockey und unserer Art voran und können zeigen, wie man Hockey lebt. Ich denke, dafür bin ich hier mit verantwortlich.“

Doch es ist mehr als nur Spielstärke. Es ist die Art, wie die Frauen mit ihrem Leben umgehen, die Balance zwischen Leistungssport und persönlicher Erfüllung finden. Viele von ihnen sind erfahrene Reisende, die schon in den USA, Spanien und Italien gespielt haben. Manuela Ghigliotti fasst es zusammen: „Durchs Hockeyspielen die Welt kennenlernen – das ist mein Traum.“

Die emotionale Bindung: Mehr als nur ein Team

Was diese Saison besonders ist, ist die unglaubliche Integration der Spielerinnen in das Leben der Familie Frerichs in Oberneuland. Hier findet ein Stück Argentinien einen neuen Zuhause. Anne Jentschke, die Mutter von BHC-Kapitänin Lena Frerichs, hat die Spielerinnen in ihrem Haus aufgenommen und sorgt für kulinarische Köstlichkeiten, allen voran ihr legendäres Bananenbrot. „Ich bin die Oma“, lacht sie. „Sie sehen mich als ihre Oma an.“

Und das Bananenbrot? Angeblich hat es den entscheidenden Beitrag zum Klassenerhalt in der letzten Saison geleistet. Agostina Lovagnini wünschte sich sogar, es in ihrem Vertrag für die kommende Saison festschreiben zu lassen. Ein Beweis dafür, dass es in Bremen mehr gibt als nur Hockey – es gibt Gemeinschaft, Wärme und eine Prise südamerikanischer Lebensfreude.

Trainer Florian Keller ist begeistert: „Sie spielen schneller, aggressiver, im positiven Sinne. Körperlicher. Da guckt man sich gern was ab.“ Und auch die jungen Spielerinnen des BHC profitieren: „Wir können so viel von ihnen lernen. Sie zeigen uns, wie man Hockey lebt.“

Natürlich gibt es auch Momente des Heimwehs. Delfina Granatto gesteht: „Ja, ich vermisse mein Zuhause. Aber ich bin es gewohnt. Seit zehn Jahren bin ich in anderen Ländern unterwegs.“ Doch die Freude am Spiel und die Verbundenheit zum Team überwiegen.

Die fünf Argentinierinnen sind mehr als nur Verstärkung für den BHC – sie sind Botschafterinnen einer anderen Kultur, die Bremen bereichert und zeigt, dass Sport verbindet und Grenzen überwindet. Der BHC hat nicht nur eine neue Mannschaft, sondern eine neue Familie gewonnen.