Beste kehrt nach braga zurück: kann er die revanche perfekt machen?

Niklas Beste, der junge Rechtsaußen des SC Freiburg, steht vor einer besonderen Herausforderung: die Rückkehr nach Portugal, genauer gesagt nach Braga. Dort, wo seine Profi-Karriere eigentlich begann, will er nun mit Freiburg die Europa League vorzeitig abschließen – und das mit einem Sieg.

Die lange reise vom talent zum stammspieler

Die lange reise vom talent zum stammspieler

Beste wechselte im Januar 2025 von Benfica Lissabon an den Breisgau. Der Start war alles andere als einfach. Es brauchte Zeit, um sich an die hohen Ansprüche des SC Freiburg zu gewöhnen. Hier zählte eben nicht nur das Toreschießen, sondern vor allem die disziplinierte Defensivarbeit und das Einhalten taktischer Vorgaben. Ein Umdenken, das Beste erst einmal verinnerlichen musste.

Seine erste Bewährungsprobe in Braga selbst liegt bereits hinter ihm. Im Hinspiel der Saison 2024/25 kam er bei der 1:2-Niederlage von Benfica in der 82. Minute ein, sah direkt die gelbe Karte und erlebte das Felsenstadion mit seinen nur zwei großen Tribünen. “Über die offenen Seiten hinter den Toren könnte vielleicht Atmosphäre verloren gehen, aber auf den großen Tribünen wird sicher gute Stimmung sein, es ist ein Halbfinale”, mutmaßte Beste, der sich aber vor allem auf das Wesentliche konzentriert: den Kampf auf dem Rasen.

Braga ist ein technisch versiertes Team, das das Spiel über die flachen Pässe sucht und eine beeindruckende Mentalität besitzt. Das zeigte sich eindrucksvoll im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Betis Sevilla, als sie einen 0:2-Rückstand noch in einen 4:2-Sieg verwandeln konnten. Julian Schuster und sein Staff haben die Gegneranalyse gründlich durchgeführt und erkannt, dass Braga in der heimischen Liga selbst gegen Schwergewichte wie Lissabon und Porto viel Ballbesitz hat.

Die Defensivarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Für Beste war es ein langer Weg, um zu verstehen, dass seine Defensivaktionen genauso wichtig sind wie ein Tor oder eine Vorlage. Klemens Hartenbach, der Sportdirektor des SC Freiburg, betont: “Es hat bei Niklas sehr lange gedauert, es zu verinnerlichen, dass er solche Defensivaktionen auch für sich genau so hoch bewertet wie ein Tor oder eine Vorlage.” Seine sauberen Grätsche, um gegnerische Konter zu unterbinden, haben in den letzten Monaten deutlich an Qualität gewonnen. Besonders im Achtelfinal-Rückspiel gegen Genk und im Viertelfinal-Rückspiel gegen Celta Vigo zeigte er mit beherzten Defensivaktionen, dass er auch in dieser Disziplin zu den Besten gehört.

Im Sport-Club Freiburg werden Offensivspieler traditionell auch an ihrer Defensivarbeit gemessen, und Bestes Entwicklung in diesem Bereich ist bemerkenswert. Er hat intern bereits viel positives Feedback erhalten und kann diese Erkenntnisse nun auf dem Platz umsetzen. Obwohl Scorerpunkte für Offensivspieler natürlich wichtig sind, hat Beste bewiesen, dass er auch ohne Tor oder Assist einen wertvollen Beitrag zum Erfolg der Mannschaft leisten kann.

Seine aktuelle Form ist beeindruckend. Nach einer schwierigen Anfangsphase und einer Leihe an Heidenheim ist er nun nicht mehr wegzudenken aus der Startelf. Mit zwei Toren und sieben Vorlagen in 42 Pflichtspielen steht er zwar noch hinter Grifo, Suzuki, Matanovic und Manzambi, aber seine Bedeutung für die Mannschaft ist unbestreitbar. Selbst der erfahrene Abwehrchef Matthias Ginter muss ihm in der internen Scorerliste den Vortritt lassen.

In Stuttgart, beim Pokal-Halbfinale, platzte es aus Beste heraus. Nach einer vergebenen Doppelchance und dem direkten Gegenzor ließ er seine Frustration an Mitspielern aus. “Es war eine Mischung aus beiden Sachen. Vorne die vergebene Chance, hinten das Gegentor gefangen. Das mit der Kontrolle, das ist ja sowieso ein großes Thema bei uns oder bei mir”, erklärte er. Er arbeitet daran, seine Emotionen im Griff zu haben.

“Niklas ist eher ein Haderer und Zweifler und oft notorisch unzufrieden mit sich”, so Hartenbach, der aber auch betont, dass er noch viel Potenzial sieht: “Ich bin überzeugt, dass wir den besten Beste noch nicht gesehen haben.” Ein optimistischer Ausblick auf die Zukunft, der Beste hoffentlich zusätzlich beflügeln wird. Auf die Frage, wie er sich auf das Spiel gegen Braga einstellt, antwortete er entschlossen: “Kopf raus und Gas geben.”

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