Dallmann verlässt dfb-camp – wück plant ohne bayerns turbo

Linda Dallmann ist weg. Die Rechtsfuß des FC Bayern hat das Nationalteam-Quartier in Herzogenaurach am Dienstagmorgen verlassen – aus privaten Gründen, teilt der DFB knapp mit. Ob sie zum EM-Doppel gegen Österreich zurückkehrt, steht offen. Für Bundestrainer Christian Wück wird die Sache zur Geduldsprobe.

Keine zeit für experimente

Am Mittwoch um 10:04 Uhr rollte der zweite Ball auf dem Trainingsplatz – ohne Dallmann. Die 31-Jährige war stets Wücks Joker: zuletzt in Oslo, als sie nach 65 Minuten eintrat und binnen 25 Minuten zwei Vorlagen schreibt. Ihre explosive Gangart fehlt nun genau dann, wenn zwei Siege gegen Österreich die WM-Mission 2027 nach Brasilien beschleunigen würden.

Die Zahlen sprechen klar: In den letzten 13 Länderspielen betrug ihr Schnitt ein Tor oder eine Vorlage alle 78 Minuten. Ein Loch, das sich nicht mit System füllen lässt. Wück wird wohl Jule Brand oder die junge Sydney Lohmann ins Zentrum rücken – beide haben aber weniger Ballgewinne im finalen Drittel als Dallmann.

Nürnberg first, ried second

Nürnberg first, ried second

Am Dienstag (18.15 Uhr, live im ZDF) empfängt die DFB-Auswahl die Österreicherinnen in der Max-Morlock-Arena, vier Tage später geht’s nach Ried im Innkreis. Nach dem perfekten Start gegen Slowenien (5:0) und Norwegen (4:0) winkt bei zwei weiteren Dreiern bereits die Vorentscheidung in Gruppe A4. Doch der Gegner kennt die deutsche DNA: Österreichs Coach Irene Fuhrmann hat in den vergangenen fünf Duellen dreimal den Riegel heruntergelassen.

Die letzte Niederlage der deutschen Frauen gegen den Nachbarn liegt zwölf Jahre zurück – ein Makro, das Wück aber nicht beruhigt. „Wir brauchen Tempo gegen den Ball, sonst wird es eng“, sagte er nach dem Abschlusstraining. Genau dieses Tempo liefert normalerweise Dallmann.

Der DFB hält sich bedeckt, wann genau sie zurückfliegt. Intern heißt es: „so bald wie möglich“. Aber jeder Tag, an dem sie fehlt, verringert die Chemie mit Lea Schüller und Sara Däbritz. Und die Uhr tickt – in 72 Stunden ist Anpfiff in Nürnberg.