Amalfiküste unter den top 10: italienischer traum oder touristenfalle?

Die Küstenstraße der Amalfitana, ein Stück italienische Romantik, hat es überraschenderweise in eine globale Liste der besten Straßen für Autofahrer geschafft. Autotrader, ein internationaler Automarkt, reiht die SS 163 unter die Top 10 ein – ein Kompliment, das jedoch auch Fragen aufwirft.

Die amalfitana: mehr als nur ein postkartenmotiv

Die Strecke zwischen Meta und Vietri sul Mare, einst unter dem Königreich der Zwei Sizilien erbaut und seit 1953 Staatsstraße, ist zweifellos atemberaubend. Panoramaausblicke, die das Herz höherschlagen lassen, und Kurven, die in den Fels gehauen sind, prägen das Bild. Doch wer die Strecke regelmäßig befährt, weiß: die touristische Beliebtheit hat ihren Preis.

Die Kehrwoche der Realität: Staus und Stockungen In den Sommermonaten, und die werden immer länger, kommt es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die hohe Besucherfrequenz zwingt die Behörden, zeitweise die Durchfahrt einzuschränken. Besonders eng wird es auf den schmalsten Abschnitten, wo sich Busse in Gegenrichtung aufhalten und für lange Staus sorgen. Ein Alltagsproblem, das die Faszination der Straße trüben kann.

Autotrader begründet die Platzierung mit dem „mediterranen Klima“ und den „angenehmen Temperaturen“. Ein britischer Meteorologe, Jim N R Dale, war in die Bewertung einbezogen. Das ist zwar richtig, aber es blendet die alltäglichen Herausforderungen für Autofahrer aus. Wer die Amalfitana wirklich genießen will, sollte den Rat beherzigen und im Frühling oder Frühsommer fahren – wenn die Menschenmassen noch überschaubar sind.

Die garden route setzt sich durch: ein südamerikanischer triumph

Die garden route setzt sich durch: ein südamerikanischer triumph

Während die Amalfitana auf dem vierten Platz landet, krönt Autotrader die Garden Route in Südafrika zum unangefochtenen König der Straßen. Die rund 300 Kilometer lange Küstenstraße bietet gemäßigte Temperaturen, kaum Wind und stets gute Sicht. Ein ideales Setting für lange Fahrten mit dem Auto. Die Route 66 in den USA und die Pacific Coast Highway folgen auf dem zweiten bzw. dritten Rang. Die Dominanz nordamerikanischer Straßen in der Liste unterstreicht, dass die Vereinigten Staaten mit ihrer Infrastruktur und dem Klima ideale Bedingungen für Roadtrips bieten.

Die Liste zeigt: Es kommt nicht nur auf die Schönheit der Landschaft an, sondern auch auf die äußeren Bedingungen. Wer die Amalfitana dennoch in Angriff nimmt, sollte sich auf Geduld und eine gewisse Portion Improvisation einstellen. Denn die italienische Küstenstraße ist mehr als nur ein Postkartenmotiv – sie ist ein Erlebnis für sich, das mit Herausforderungen verbunden ist.