Handballerinnen peilen em-finale an: reisestress und neue herausforderungen!
Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft reist im Dezember als ernstzunehmende Medaillenkandidatin zur Europameisterschaft. Nach der Silbermedaille bei der WM im vergangenen Jahr gilt das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch als Titelanwärter – doch der Weg zum EM-Titel ist gespickt mit Herausforderungen, allen voran dem logistischen Aufwand rund um das Turnier in fünf Nationen.
Löslbare gruppe, aber reisestress
Bei der Auslosung in Kattowitz ergab sich für die DHB-Frauen eine machbare Vorrundengruppe F in Bratislava. Gegner dort sind neben dem Gastgeber Slowakei Schweden und Serbien. „Wir können mit unserer Gruppe zufrieden sein“, kommentierte Gaugisch. Die ersten beiden Mannschaften jeder Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde, die in Kattowitz ausgetragen wird – ein Glücksfall für das deutsche Team, da so der Reisestress minimiert wird. „Aus Deutschland ist Bratislava gut erreichbar, und die Direktreise nach Polen für die Hauptrunde ist ideal. Nur eine Reise, das ist top“, freute sich der Bundestrainer.

Alina grijseels: „wir werden nicht mehr unterschätzt“
Die Stimmung im Team ist gut. Nach einer herausragenden Qualifikation mit sechs Siegen in sechs Spielen betont Spielmacherin Alina Grijseels: „Wir werden nicht mehr unterschätzt.“ Das Ziel ist klar: Nach 29 Jahren ohne EM-Titel soll endlich wieder Edelmetall gewonnen werden. Allerdings steht die Mannschaft vor einer gewissen Zäsur: Führungsspielerin Xenia Smits fällt aus, da sie im Herbst ein Kind erwartet.

Gaugisch blickt voraus: norwegen und starke gegner
Obwohl das Team in der Vorrunde vermeintlich leichte Gegner hat, warnt Gaugisch vor Selbstüberschätzung. „In der weiteren Turnierhälfte warten vor allem die Niederlande und Frankreich, zwei Nationen, die schwer zu bespielen sind.“ Das Duell mit Titelverteidiger Norwegen, gegen den das WM-Finale verloren ging, findet erst im späteren Verlauf des Turniers statt. Die Erinnerung an die bittere Niederlage wird jedoch noch wach sein.
Österreich mit machbarer aufgabe
Auch die österreichische Nationalmannschaft kann mit ihrem Los zufrieden sein. In Brünn treffen sie auf die Niederlande, Tschechien und Kroatien. Sportdirektor Patrick Fölser freut sich über die Nähe zur Heimat: „Dass wir in Brünn spielen, ist eine schöne Geschichte. Dadurch haben unsere Fans keine weite Anreise.“ Teamchefin Monique Tijsterman stimmt zu: „Ich bin zufrieden mit dieser Gruppe. Eine EURO ist immer schwer zu spielen, da man ausschließlich auf starke Nationen trifft.“
Dänemark klagt über weite reise
Nicht so glücklich mit der Auslosung ist Dänemark, das in Antalya gegen Spanien, Griechenland und die Türkei spielen wird. Mie Höjlund klagt über den Reisestress: „Natürlich ist es etwas schade, dass wir zwei Reisetage haben. Aber ich denke, insgesamt ist es eine gute Gruppe.“
Die Handball-EM verspricht spannende Spiele und packende Duelle. Ob die deutsche Nationalmannschaft ihren Traum vom EM-Titel verwirklichen kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Konkurrenz ist groß und der Weg zum Titel wird alles andere als einfach sein. Der Fokus liegt nun auf der Vorbereitung, die im September beginnt, um im Dezember in Topform zu sein und die Fans mit einer starken Leistung zu begeistern.
