Ogunleye versinkt im kujawien-dreck – farken bleibt draußen

Die Kugel flog 19,46 m weit, doch Yemisi Ogunleye stand mit leeren Händen da. Die Olympiasiegerin schaffte es in Torun nur auf Rang fünf, 29 cm fehlten zur Podest-Rente. Chase Jackson warf 20,14 m, eine andere Galaxie.

Der erste stoß war ein bluff

Ogunleye hatte den Saal mit 19,30 m gewarnt, dann kam Stille. Drei weitere Versuche: 19,46 m, 19,35 m, 19,15 m – ein Abwärtstrend, der selbst das polnische Publikum verstummen ließ. Die 20,37 m aus Dortmund blieben Theorie, das Silber von Glasgow 2024 ist jetzt nur noch ein Fotoalbum.

Trainer David Behre schüttelte den Kopf: „Wir haben den Rhythmus gesucht, aber die Halle gab nichts zurück.“ Die US-Amerikanerin Jackson setzte sich mit 20,14 m vor Sarah Mitton (19,78 m) und Axelina Johansson (19,75 m) ab, als hätte sie einen anderen Belag unter den Spikes.

Farkens letzte 200 m kosteten die krone

Farkens letzte 200 m kosteten die krone

Robert Farken lief 3:41,79 min über 1500 m – Platz fünf im Vorlauf, zwei Sekunden zu langsam. Das Finale am Sonntag rückt ohne ihn. Der Leipziger hatte sich in der Wintervorbereitung auf 3:36 min eingeschossen, doch die letzte Runde verrutschte ihm die Zunge. „Ich habe die Reaktion verpennt“, sagte er, noch atmend wie ein Gletscher.

Deutschland schickt 14 Athleten nach Torun, doch die großen Namen bleiben zu Hause. Malaika Mihambo springt lieber im Sommer, sagt ihr Team, und die Hallen-WM wird zur Nebensache. Die Bilanz nach zwei Tagen: keine Medaille, zwei verpasste Finals, viel Staub.

Die WM läuft weiter, aber für Ogunleye und Farken ist sie schon Geschichte. Die nächste Chance? Draußen, auf Rasen, unter freiem Himmel. Dort zählt dann jeder Zentimeter neu – und jede Sekunde.