Tennis-stars protestieren: preisgeld-debatte bei roland garros eskaliert

Paris – Ein Erdbeben rollt durch die Welt des Tennis: Jannik Sinner, Aryna Sabalenka und Coco Gauff stehen an der Spitze einer Gruppe von 20 Top-Spielern, die unisono ihre Unzufriedenheit mit den Preisgeldern bei den French Open zum Ausdruck gebracht haben. Ein gemeinsames Statement, das am Montag veröffentlicht wurde, offenbart eine wachsende Enttäuschung über die Verteilung der Einnahmen und wirft ein Schlaglicht auf ein tiefgreifendes Problem im professionellen Tennis.

Die spieler fordern mehr gerechtigkeit

Die spieler fordern mehr gerechtigkeit

Die Situation ist kein plötzlicher Ausbruch, sondern das Ergebnis eines über ein Jahr andauernden Konflikts zwischen den Spielern und den vier Grand-Slam-Turnieren. Im Kern der Forderung steht eine angemessenere Beteiligung an den steigenden Einnahmen der Turniere. Neben der finanziellen Frage fordern die Top-Stars auch bessere medizinische Versorgung und Altersvorsorge – Aspekte, die ihrer Meinung nach bislang vernachlässigt wurden. Ein weiterer Knackpunkt ist die mangelnde Mitsprache bei der Festlegung des Turnierkalenders.

Die Organisatoren von Roland Garros hatten zwar kürzlich eine Erhöhung der Preisgelder um 9,5 Prozent auf insgesamt 61,7 Millionen Euro bekannt gegeben, was einen Zuwachs von 5,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr darstellt. Doch die Spieler weisen darauf hin, dass ihre Beteiligung an den Einnahmen dennoch schrumpft. „Die Beteiligung der Spieler an den Einnahmen von Roland Garros ist von 15,5 Prozent im Jahr 2024 auf die prognostizierten 14,9 Prozent im Jahr 2026 gesunken“, so die Erklärung der Spieler.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Roland Garros generierte im Jahr 2025 Einnahmen in Höhe von 395 Millionen Euro – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Preisgelder stiegen jedoch lediglich um 5,4 Prozent, was die Beteiligung der Spieler weiter schmälert. Dieser Wert liegt deutlich unter den geforderten 22 Prozent, die die Spieler für eine Gleichstellung mit den ATP- und WTA-Turnieren anstreben.

„Während andere internationale Sportarten ihre Governance modernisieren und langfristig Mehrwert schaffen, verharren die Grand Slams im Widerstand gegen Veränderungen“, kritisiert das Statement der Spieler. „Die fehlende Mitsprache und die mangelnde Investition in das Wohlbefinden der Athleten spiegeln ein System wider, das die Interessen derjenigen, die für den Erfolg dieses Sports unerlässlich sind, nicht angemessen berücksichtigt.“

Die aktuelle Situation ist nur die Spitze des Eisbergs. Bereits im März letzten Jahres warf eine Gruppe von Tennisstars den Tennisverbänden (ATP, WTA, ITF und ITIA) ein „korruptes, illegales und missbräuchliches System“ vor. Die PTPA, eine von Novak Djokovic gegründete Spielergewerkschaft, kündigte damals an, rechtliche Schritte einzuleiten, um grundlegende Veränderungen zu erzwingen.

Die kommenden Tage und Wochen werden entscheidend sein. Es bleibt abzuwarten, ob die Verantwortlichen bereit sind, den Forderungen der Spieler zuzuhören und einen Kompromiss zu finden, der die Zukunft des Tennissports nachhaltig sichert. Die Spieler haben bereits klargestellt, dass ihnen nur die Rettung des Sports am Herzen liegt.