Schalke: reifs weckruf – demut als überlebensgarantie?
Gefahr droht für Schalke, und die kommt nicht von einem übermächtigen Gegner, sondern von sich selbst. Marcel Reif hat in seiner Sendung „Reif ist live“ die erschreckende Wahrheit ausgerufen: Demut fehlt dem Aufsteiger. Und das könnte die Rückrunde zur Tortur machen.

Die arroganz des erfolgs
Schalke hat überrascht, zweifellos. Die Euphorie nach dem Aufstieg war spürbar, fast greifbar. Doch diese Begeisterung scheint in Selbstüberschätzung umgeschlagen zu sein. Reif kritisiert scharf: „Demut war nie eine Schalker Tugend.“ Und er hat Recht. Die Spieler scheinen vergessen zu haben, dass sie eben erst in die Bundesliga zurückgekehrt sind und sich dort beweisen müssen.
Die Folgen sind besorgniserregend. In den letzten Spielen fehlte die Leidenschaft, der Kampfgeist. Das Passspiel wurde zu kompliziert, die Abwehr anfälliger. Es wirkt, als ob die Spieler glauben, sie könnten einfach so weiter spielen, wie in der zweiten Liga. Das ist ein Trugschluss. Die Bundesliga ist eine andere Hausnummer.
Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache. Aus den letzten fünf Spielen gab es drei Niederlagen und zwei Unentschieden. Das Momentum hat sich verschoben. Die Gegner haben Schalkes Schwächen erkannt und wissen, wie man sie ausnutzt. Es ist ein Teufelskreis: Selbstvertrauen schwindet, die Ergebnisse werden schlechter, die Stimmung kippt.
Was jetzt zählt, ist eine Kurskorrektur. Trainer und Spieler müssen sich ehrlich hinterfragen. Wo sind die Fehler? Wie können wir wieder kämpfen und kratzen? Reifs Weckruf ist ein Appell an die Vernunft. Schalke muss die Reißleine ziehen, bevor es zu spät ist. Denn die größte Gefahr geht von einem Team aus, das sich selbst überschätzt.
