Hannover siegt im derby, doch die luft wird dünn
Der Sieg schmeckt nach Unentschieden. Hannover 96 springt durch das 1:0 gegen Eintracht Braunschweig auf Rang drei, doch die Leistung brennt keine Marke in die Netzhaut.

Nawrocki trifft, die niedersachsen jubeln verhalten
Maik Nawocki nutzte die kollektive Sekunden-Schläfrigkeit der Braunschweiger Innenverteidigung. Nach einer halben Stunde stieg der Verteidiger am Fünfmeterraum unbedrängt zum Kopfball auf – 1:0, mehr nicht. Die Roten begannen furios, schossen vier Ecken in Serie, ließen Torjäger Benedikt Pichler frei. Danach plätscherte die Partie dahin, bis der Rauch der Pyrotechnik die zweite Hälfte verzögerte.
Der Zähler zählt, nicht der Genuss. 49 Punkte bedeuten momentan Aufstiegsplatz, doch der Trend wirkt brüchig. Erst ein Remis in Schalke, nun ein glückliches 1:0 – so entkommt man der Zweiten Liga nicht. Trainer Christian Titz wischte die Frage nach der Spielkultur mit einem Schulterzucken beiseite: „Die Tabelle lügt nicht.“
Braunschweig dagegen liegt im Sterbebett der Tabelle. Seit 33 Jahren warten die Löwen auf einen Sieg im Niedersachsen-Derby, und die 0:1-Pleite warf sie zurück auf den Relegationsrang. Lars Kornetka, frisch verpflichtet, erlebte nach dem Erfolg gegen Düsseldorf den nächsten Dämpfer. „Wir haben die Punkte nötig, nicht Moralpredigten“, sagte er mit schwerer Stimme.
Die Zahlen sind gnadenlos: Hannover nur eine Niederlage aus den letzten neun Spielen, doch die Leistungskurve zeigt seit Wochen ein leichtes Fragezeichen. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt sieben Punkte – ein Wochenende kann die Lücke zunichte machen.
Am Freitag kommt der HSV. Dann wird klar, ob der dritte Platz Substanz hat oder nur ein Strohfeuer war.
