Neuer blockt wm-comeback aus – nagelsmann in der bredouille?

Madrid – Manuel Neuer, der Titan im Tor des FC Bayern, hat nach dem Gala-Erfolg gegen Real Madrid im Champions League Viertelfinale jegliche Spekulationen um eine mögliche WM-Teilnahme im kommenden Jahr endgültig im Keim erstickt. Seine Antwort auf die mittlerweile obligatorische Frage nach dem DFB-Team war kurz und bündig: „Wir brauchen das Thema gar nicht aufmachen.“ Ein klares Signal an Bundestrainer Julian Nagelsmann und an die Millionen Fans, die sich ein Comeback des Rekordnationalspielers wünschen.

Matthäus

Matthäus' plädoyer verhallt ungehört

Während Lothar Matthäus, der ewige Fürsprecher Neuers, weiterhin überschwänglich von dessen Weltklasse-Qualitäten singt und hofft, dass Nagelsmann das Spektakel gegen die Königlichen gesehen habe, scheint der Weltmeister von 2014 sich selbst entschieden zu haben. Der Draht zwischen Neuer und dem Bundestrainer soll, so Matthäus, „so zerschnitten“ sein, „dass der beste Schneider es nicht mehr zusammennähen kann.“ Eine drastische Aussage, die die prekäre Situation verdeutlicht.

Neuer selbst konzentriert sich aktuell voll und ganz auf seine Aufgaben beim FC Bayern. Nach seiner überragenden Leistung gegen Real, bei der er zahlreiche Hochkaräter entschärfte, betonte er, dass er „jetzt nicht über die Nationalmannschaft“ sprechen werde. Seine Priorität liege klar im Münchner Verein, wo seine Zukunft trotz auslaufendem Vertrag und jüngsten Muskelfaserrissen in der Wade noch ungewiss ist.

Die Muskelverletzungen, so Neuer, hätten „einen anderen Ursprung“ gehabt: „Ich hatte mit Magen-Darm zu tun, deswegen war der Körper geschwächt. Das waren Kleinigkeiten, wie so ein Schnupfen da unten an der Wade, aber das dauert halt auch seine Zeit.“ Sportvorstand Max Eberl scheint jedoch optimistisch, dass Neuer im April noch einmal auf dem Platz stehen wird, bevor eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft getroffen wird. Er brauche „keine großen Argumente mehr liefern“, sondern solle einfach nur „gesund bleiben, mutig bleiben.“

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob Nagelsmann Neuers klare Ansage akzeptieren und nach Alternativen suchen wird, oder ob er doch noch versucht, den ehemaligen Leistungsträger zurückzugewinnen. Die Entscheidung könnte den Ton für die anstehenden Qualifikationsspiele und die WM maßgeblich beeinflussen. Ein Risiko, das der Bundestrainer nicht leichtfertig eingehen sollte, insbesondere angesichts der angespannten Beziehung zwischen Neuer und ihm.

Die Faszination Neuer, das bleibt unbestritten, wirkt ungebrochen. Aber ob diese Faszination noch für die Nationalmannschaft reicht, bleibt abzuwarten. Denn eines ist klar: Neuer spielt nach seinen eigenen Regeln.