Hoeneß kritisiert müller: „mehr geredet als gespielt“
München – Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat in einem Gespräch mit DAZN deutliche Worte über Thomas Müllers Endphase im Verein gefunden. Seine Erinnerungen sind scharf, seine Bewertung unmissverständlich: Müller habe am Ende seiner Zeit in München mehr Zeit mit Reden als mit Spielen verbracht. Ein Seitenhieb, der die Gemüter erhitzen dürfte, obwohl Hoeneß betont, keinen wirklichen Groll zu hegen.
Die rolle des pressesprechers
„Am Schluss war er nur noch der Pressesprecher“, so Hoeneß. Er schilderte, wie Müller sich „persönlich super verkauft“ habe, selbst als er nur noch auf der Bank saß. Diese Beobachtung wirft ein Schlaglicht auf die Balance zwischen der öffentlichen Rolle eines Spielers und seiner Leistung auf dem Platz – ein Thema, das in der Welt des Profifußballs immer wieder für Diskussionen sorgt. Es ist ein Balanceakt, den viele Stars meistern müssen, aber Müller scheint hier in seinen letzten Bayern-Monaten die Kontrolle verloren zu haben.

Ein alternatives angebot: sabbatical und weiterbildung
Trotz seiner Kritik ließ Hoeneß jedoch durchblicken, dass er Müller weiterhin eine Tür beim FC Bayern offenhalten würde. Er schilderte ein alternatives Szenario, das er für Müller vorgesehen hatte, bevor dieser sich für den Wechsel in die MLS entschied. Statt eines direkten Wechsels in die USA hätte Hoeneß ihm ein „Sabbatical“ angeboten – eine Art Auszeit, um sich weiterzubilden und neue Eindrücke zu sammeln. „In dieser Zeit hätte er sich weiterbilden können, denn heute ist ein Fußballverein kein kleiner Laden mehr, sondern ein Konzern, eine Unterhaltungsindustrie“, erklärte Hoeneß. Er hatte konkrete Pläne: sechs Wochen in der NBA, sechs Wochen in der MLS, sechs Wochen in der NFL – eine Art interaktives Praktikum im internationalen Sportgeschäft.
Das Angebot, Müller eine Rolle im Verein zu geben, steht nach wie vor, betonte Hoeneß. Doch Müller entschied sich anders, verfolgte seinen Traum in Nordamerika und schloss seine Karriere bei den Vancouver Whitecaps ab. Ein Schritt, den Hoeneß zwar nachvollziehen kann – „Wenn mir heute jemand sagen würde, es gibt irgendwo noch einen Jungbrunnen.“, so Hoeneß – aber dennoch nicht ganz seinem Ideal entspricht.
Die Geschichte von Thomas Müller und Uli Hoeneß ist ein Spiegelbild der Komplexität des modernen Fußballs, in dem sportliche Leistung, öffentliche Wahrnehmung und wirtschaftliche Interessen miteinander verwoben sind. Hoeneß’ Äußerungen zeigen, dass er weiterhin einen scharfen Blick für die Entwicklungen im Verein hat und hohe Ansprüche an seine Spieler stellt. Und sie erinnern daran, dass auch Legenden wie Müller nicht vor Kritik gefeit sind.
