Tasmania berlin: ex-herthaner baak packt die profifußball-herausforderungen

Florian Baak, einst ein Hoffnungsträger bei Hertha BSC, hat im beschaulichen Berlin-Lichtenberg eine neue Bestimmung gefunden. Bei Tasmania Berlin, dem Aufstiegskandidaten in der Oberliga, erlebt der 27-Jährige eine Fußball-Renaissance – fernab des immensen Leistungsdrucks, der ihn in seiner Profizeit belastet hat. Ein Gespräch über Haaland, den Spaß am Spiel und die Schattenseiten des Profifußballs.

Die last der erwartungen: ein junger spieler zwischen traum und druck

Drei Spiele trennen Tasmania Berlin von der Rückkehr in die Regionalliga. Ein Aufstieg, der die Stadt in Aufruhr versetzen würde, besonders angesichts der historischen Saison 1965/66, als der Verein in der Bundesliga für kolossale Schlagzeilen sorgte. Im Zentrum dieser Erfolgssaga steht Florian Baak, der einst als großes Talent bei Hertha BSC gehandelt wurde. Doch der Weg führte ihn über Stationen in der Schweiz und Finnland zurück in seine Heimatstadt, wo er nun eine tragende Säule in der Abwehr von Tasmania bildet.

„Ich habe mich hier bei Tasmania daran erinnert, warum ich als Kind mit dem Fußballspielen angefangen habe“, erklärt Baak im rbb-Interview. Der Druck, der ihn in seiner Profizeit fast erdrückte, scheint hier verflogen. Die Atmosphäre ist entspannter, die Freude am Spiel steht im Vordergrund – ein deutlicher Kontrast zu den stressigen Jahren bei Hertha.

Erinnerungen an haaland und die schattenseiten des profifußballs

Erinnerungen an haaland und die schattenseiten des profifußballs

Baak blickt zurück auf seine Zeit in den Jugendnationalmannschaften, wo er gegen einige der heutigen Weltstars antrat. „Ich war gelbgesperrt, aber wir hatten Jungs wie Kai Havertz und waren vor dem Spiel sehr entspannt“, erinnert er sich an das Länderspiel gegen Norwegen, in dem Erling Haaland einen Hattrick erzielte. „Davon erzähle ich heute noch unseren jungen Spielern.“

Doch die Profifußballwelt hat Baak auch die Kehrseite des Medaillons gezeigt. „Fußball hatte früher für mich ganz viel mit Druck zu tun. In sieben, acht Jahren als Profi merkst du schnell, dass das vor allem ein Geschäft ist.“ Er vermisst die Leichtigkeit des Spielens, die er bei Tasmania wiederentdeckt hat. „Du wirst schnell bitter, wenn dich jemand fertig macht, sodass du am nächsten Tag nicht zum Training kommen willst.“

Tasmania: mehr als nur ein verein

Tasmania: mehr als nur ein verein

Tasmania Berlin ist mehr als nur ein Fußballverein. Der Verein bietet seinen Spielern eine familiäre Atmosphäre und eine solide Basis, auf der sie sich entwickeln können. „Als Erstes fällt dir auch als Spieler das Stadion auf, das in der Oberliga etwas sehr Besonderes ist“, so Baak. „Du hast dort eine gewisse Sicherheit, hast einen vernünftigen Rasenplatz und die Kabinen sind total vernünftig ausgestattet.“

Die Spieler von Tasmania Berlin sind nicht nur Fußballer, sondern auch Studenten und Auszubildende. Sie jonglieren mit ihren sportlichen Ambitionen und ihren beruflichen Verpflichtungen. Doch gerade diese Kombination macht den Verein so besonders.

Die Entscheidung für Tasmania war für Baak die richtige. Er hat wieder Spaß am Fußball, trägt seinen Teil zum Erfolg des Vereins bei und erlebt eine ganz neue Art von Fußballromantik. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Bei Tasmania weiß ich, dass ich heute Abend zum Training gehen und dort eine gute Zeit mit meinen Freunden haben werde. Es wird vielleicht nicht entspannt, aber die Stimmung ist gut und wir werden auch ein bisschen lachen.“

Tasmania Berlin steht kurz vor dem Aufstieg – eine Geschichte, die zeigt, dass der Weg zurück in den Profifußball nicht immer über die großen Stadien führen muss. Oft liegt das Glück im Kleinen, im Einfachen, im Spaß am Spiel. Und Florian Baak ist der lebende Beweis dafür.