Memmingen krönt sich vor 2679 fans zum frauen-eishockey-könig

2679 Zuschauer, drei Finals, drei Siege: Der ECDC Memmingen hat die Deutsche Frauen Eishockey Liga mit einem blitzblanken Sweep niedergeschrieben. Die Eisbären Berlin kassierten auch imdritten Spiel eine 2:4-Klatsche – und das, obwohl sie vor heimischer Kulisse den DFEL-Rekord von 2801 Fans nur knapp verpassten.

Daria Gleißner, Kapitänin und Nationalteam-Legende, atmete nach dem Schlusssignal erst einmal tief durch. „Wir haben wieder bewiesen, dass hier Spitzenhockey gespielt wird. Jede Einzelne in dieser Kabine ist bereit, sich für das Trikot in die Schneisse zu werfen.“ Das 7:0 in der Serie spricht eine deutlichere Sprache als jedes Interview.

Die tore, die berlin das genick brachen

Die tore, die berlin das genick brachen

Nara Elia traf schon in der neunten Minute zur frühen Führung. Danach drehte Theresa Knutson auf: ihr 2:1 kurz vor der zweiten Pause war der Beginn vom Ende, ihr Empty-Netter 54 Sekunden vor Schluss besiegelte die Entscheidung. Dazwischen ließ Jule Schiefer mit einem Handgelenkschlenzer zum 3:1 die Halle am Hühnerberger explodieren.

Memmingen dominierte die letzten zehn Jahre wie keine andere Mannschaft. Mit jetzt sieben Meisterschaften fehlt nur noch ein Titel zum Rekord der ESG Planegg, die sich 2024 zurückzog. Vier deutsche Klubs plus HK Budapest bilden derzeit die Liga – eine handliche Königsklasse, in der die Allgäuerinnen eben die Krone tragen.

Der Olympia-Hype nach Mailand/Cortina schlägt weiter durch. Über vier Millionen sahen das Vorrundenspiel gegen Frankreich im Fernsehen. Die Bilder gingen um die Welt, und Memmingen profitiert: Junge Mädchen wollen jetzt auch zwischen den Banden spielen, statt nur draufzuschauen. Der Fraueneishockey-Boom ist längst keine Saugnapf-Story mehr – er ist Realität, gemessen an Zuschauerzahlen, die früher Männer-Drittligisten vorbehalten waren.

Die Meisterfeier wird bis in die Morgenstunden dauern. Danach beginnt laut Gleißner „die eigentliche Arbeit“, denn der nächste Gegner ist schon klar: „Wir wollen Planegg einholen und die Liga noch dominanter gestalten.“

Der Dammbruch ist perfekt: Fraueneishockey in Deutschland hat sein Sommermärchen – und Memmingen die Krone abgeholt.