Belgien zerlegt usa 5:2 – pulisic versinkt, saelemaekers glänzt
Atlanta war ein Fegefeuer für die US-Boys. Nach 37 Minuten lagen sie 0:4 zurück, am Ende stand eine 2:5-Blamage auf der Anzeigetafel – und Christian Pulisic musste sich nach 71 Minuten mit hängendem Kopf vom Feld schleppen. Die Heim-WM rückt für das Team von Mauricio Pochettino in weite Ferne.
Pulisic verspielt kapitänsbinde und selbstvertrauen
Die Zahl der Minuten, in denen der Milan-Flügel die Partie bestimmte, liegt seit Monaten bei null. Tim Ream führt die Mannschaft, Pulisic führt nichts mehr. Zweimal hatte er die Kugel auf dem Fuß, zweimal zögerte er, drehte sich weg, verzog. Die Statistik nennt zwei Torschüsse, keinen aufs Tor. Die Bilder sagen: Körpersprache eingefallen, Schritte zu kurz, kein Durchsetzungswille. Der 27-Jährige wirkt wie ein Athlet, der seine eigene Geschwindigkeit nicht mehr erträgt.
Der Vergleich mit seinem Klub-Kollegen fiel gnadenlos aus. Alexis Saelemaekers kam, sah und lieferte. In der 53. Minute legte er mit einem geschmeidigen Doppelpass mit Onana das 2:0 auf – sein dritter Assist in den letzten vier Länderspielen. Dribblings? Drei erfolgreich von fünf Versuchen. Pulisic? Kein einziger.

Belgischer blitz und amerikanische angst
Die ersten 45 Minuten waren ein Lehrstück in Effizienz. De Bruyne dirigierte, Lukaku blockte, Doku und Trossard rissen die Außenbahnen auf. Zwischen der 18. und 37. Minute fielen vier Treffer, alle aus dem Halbfeld, alle nach Ballgewinn im Mittelfeld. Die USA standen wie gelähmt, McKennies 1:3-Anschlusstreffer war nur ein Strohfeuer. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Onana per Kopf, danach schalteten die Roten Teufel auf Verwaltung um. Die zwei Gegentore schmerzen nicht – sie zeigen nur, dass selbst im Müll noch Zeit ist, sich zu verletzen.
Für Pochettino wird die Lage zur Tragödie. Erst verlor er mit 1:4 gegen Marokko, nun das 2:5 gegen Belgien. Die Defensive kassierte in den letzten 180 Minuten neun Gegentore. Die Offensive schaffte drei. Die WM-Trophäe wird im Juli in Los Angeles vergeben, doch schon jetzt fragt sich jeder Analyst: Wer soll dieses Team stoppen, wenn es nicht einmal sich selbst stoppen kann?
Am Ende bleibt ein Fazit, das wehtut: Der belgische Angriff war ein Feuerwerk, der amerikanische eine billige Knallzündkerze. Und Christian Pulisic? Der einstige Hoffnungsträger wirft Schatten, wo einst Licht war.
