Martinenghi kehrt zurück: olympia-gold im visier – aber der kalender macht sorgen!

München – Nicolò Martinenghi, der strahlende Olympiasieger von Paris, ist zurück! Nach monatelanger Leidenszeit wegen einer Schulterverletzung hat der „Tete“ in Piacenza erste zaghafte Schritte in Richtung der bevorstehenden Europameisterschaften im August aufgenommen. Doch der Rückkehrer spricht Klartext: Der Sportkalender ist eine Belastung für die Athleten, und die Gesundheit geht verloren.

Martinenghi: „die saison ist ein wahnsinn“

Die 50 Meter Brust in Piacenza (27,02 Sekunden) waren für Martinenghi nur ein erster Test, ein Vorgeschmack auf das Settecolli-Treffen und die EM in Paris. Viel wichtiger als die Zeit selbst ist jedoch die mentale Stärke, die der italienische Superstar bewiesen hat. „Das Jahr 2026 war unglücklich“, gesteht Martinenghi. „Ich habe seit Ende Januar mit der Schulter zu kämpfen. Es war eine Obsession, wieder zu starten.“

Doch Martinenghi ist mehr als nur ein schnelles Brustbein. Er ist ein kritischer Beobachter des Sportsystems. „Es wird viel über die Gesundheit der Athleten gesprochen, aber die Entscheidungen gehen in die falsche Richtung“, kritisiert er. Die lange Saison, die im August beginnt und erst im darauffolgenden August endet, sei „ein Wahnsinn“. Ein EM im August gefährde zudem die Vorbereitung auf die nächste Saison.

Die Rückkehr zum Ursprung: Verona als neue Heimat

Neben den sportlichen Aspekten hat Martinenghi auch persönliche Veränderungen erlebt. Verona wurde zu seiner neuen Heimat. „Es ist eine Stadt, die man lieben kann“, schwärmt er. „Ich habe ein Haus in der Innenstadt, lade Freunde und Teamkollegen ein. Es ist ein schöner Ort, um sich zu erholen und neue Kraft zu tanken.“

Auch die Zusammenarbeit mit seinem Trainer Matteo Giunta läuft weiterhin hervorragend. Gerüchte über Streitigkeiten wehrt Martinenghi entschieden ab: „Das stimmt überhaupt nicht.“

Neue herausforderungen und der blick nach vorn

Neue herausforderungen und der blick nach vorn

Martinenghi blickt der Zukunft mit Zuversicht entgegen. Nach Paris will er neue Herausforderungen suchen. „Die Dinge ändern sich von Jahr zu Jahr“, sagt er. „Ich habe einen Berg erklommen und will ihn von einem anderen Weg erklimmen.“

Auch die Konkurrenz fordert seinen Respekt. Der japanische Brustschwimmer Ohashi ist ein neues Phänomen. „Ich lebe das Schwimmen als Herausforderung gegen mich selbst. Ich konzentriere mich nicht auf andere“, erklärt Martinenghi. Er ist zudem dabei, sich auch außerhalb des Beckens zu profilieren – mit Fotoshootings, Mode und Social Media. „Ich mag es, Neues zu entdecken, neue Leute und Orte kennenzulernen.“

Martinenghi ist kein Mann, der in der Vergangenheit lebt. Seine Olympia-Goldmedaille hängt nicht in seinem Schlafzimmer, sondern bei seinen Eltern in Varese. „Vielleicht ist es Neid, vielleicht das Bedürfnis, bestimmte Emotionen zu bewahren“, erklärt er. „Ich schaue immer nach vorne.“

Und wenn er sich an die blonden Haare erinnert, die er in Paris trug, lächelt er. „Die wären zu machen, definitiv! Es hat nur so lange gedauert, bis sie so ausgesehen haben.“

Martinenghi hat sich neu erfunden, sowohl im Wasser als auch an Land. Und er ist bereit für die nächste Herausforderung.