Marathon-sensation korir gestürzt: epo-falle reißt new-york-sieger in doping-abgrund

Albert Korir ist weg. Fünf Jahre Sperre, null Toleranz, keine Ausrede. Der Mann, der 2021 durch die fünf Bezirke von New York rauschte und 2:08:22 Uhr über die Zielmatte flog, flog nun auf dem Dopingtest. EPO in der A-Probe, Bestätigung in der B-Probe, Karriere im Makulaturhaufen.

Kenias marathon-liga der schattenläufer

Die Athletics Integrity Unit (AIU) lieferte am Sonntag die nächste Bombe. Korir, 31, fällt in dieselbe Statistik wie Rita Jeptoo, Ruth Chepngetich und mehr als 140 weitere Landsleute, die seit 2017 wegen Substanzvergehen auf der Liste stehen. Kein anderes Land produziert so viele Langstrecken-Stars – und offenbar auch so viele Langstrecken-Sünder.

Die Zahl ist nackt: 140-plus. Sie steht für ein ganzes System, das seit Jahren zwischen Hochleistung und Betrug taumelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um „verschmutzte Nahrungsergänzungsmittel“ oder „vergessene Medikamentenlisten“ handelt. Die AIU klickt auf „Save“, und die Karriere ist Geschichte.

Korirs Fall schlägt besonders durch die Brust der Szene. Seine 2:06-Bestzeit in Valencia galt als Startschuss in die Weltspitze, der Sieg in New York als Krönung. Sponsoren buhlten um ihn, Fans feierten den Läufer aus Eldoret als nächsten Helden. Jetzt bleibt nur ein leeres Profil auf der World-Athletics-Datenbank und ein leeres Konto auf seinem Agentur-Papier.

Was bedeutet das für die marathonsaison 2026?

Was bedeutet das für die marathonsaison 2026?

Die großen City-Rennen starten in acht Wochen. Tokio, Boston, London – überall sitzen die Veranstalter auf halbleeren Startlisten, weil die AIU weiter zulangt. Sponsoren ziehen sich zurück, TV-Stationen reduzieren die Luftzeit. Das Image des Sports verflüchtigt sich mit jedem positiven Befund.

Ein Detail bleibt unterschrieben: Korirs Probe stammte vom Training Camp in Kaptagat. Dort, 2.400 Meter über dem Meeresspiegel, schuften Hunderte Spitzenathleten unter denselben staubbedeckten Wegen. Wenn einer fällt, wackelt die ganze Gruppe. Vertrauen ist ein Rohstoff, der sich nicht so leicht ersetzen lässt.

Und die Fans? Die schauen auf die Uhr, dann auf die Startliste und fragen sich, wer als Nächstes durchs Raster fällt. Denn wenn selbst der strahlende Sieger von Manhattan nicht clean war, bleibt nur ein Gedanke: vielleicht ist keine Zeit, keine Medaille, keine Bestmarke mehr echt.

Kenias Leichtathletik-Verband schweigt bislang. Kein Statement, keine Entschuldigung, kein Plan. Die AIU dagegen arbeitet weiter, Akten offen, Excel-Tabellen wachsen. Nächste Woche, nächster Name, nächster Skandal. So schnell laufen die Zeiten in der Langstrecke – nur die Glaubwürdigkeit kommt nicht mehr auf Touren.