Capello packt aus mit ronaldo: „kein gutes vorbild“

Fabio Capello hat in aller Deutlichkeit über seinen ehemaligen Starstürmer Cristiano Ronaldo gesprochen – und die Bombe platzen ließ. Der italienische Trainer, einst ein glühender Verehrer des Portugiesen, prangerte dessen Einstellung und Verhalten während seiner Zeit bei Real Madrid scharf an. Ein Gespräch, das Capello offenbar lange beschäftigt, kam nun ans Licht.

Die gewichtszunahme und das fehlende vorbild

Die gewichtszunahme und das fehlende vorbild

Bei einem Event des „Corriere della Sera“ in Ferrara offenbarte Capello, dass er Ronaldo direkt nach dessen Wechsel nach Madrid im Jahr 2002 zur Rede stellte. „Ich fragte ihn: Wie viel wogst du, als du die Weltmeisterschaft gewonnen hast? 84 Kilo. Und jetzt? 94 Kilo.“ Diese Gewichtszunahme, so Capello, sei nur ein Symptom für ein größeres Problem gewesen.

Obwohl Capello nicht während Ronaldos Ankunft in Madrid Trainer der Königlichen war – er übernahm das Ruder in der Saison 1996/97 und kehrte von 2006 bis 2007 zurück – offenbarte er Details, die ein anderes Bild des zweimaligen Weltmeisters zeichnen. Ronaldo, der zwischen 2002 und 2007 in 177 Spielen für Real Madrid stürmte, soll ein „negativer Anführer“ gewesen sein. „Er trainierte nicht richtig und zog seine Mitspieler mit hinein“, so Capello.

Das Urteil des Trainers war unerbittlich: „Der Präsident und ich beschlossen, ihn abzugeben. Berlusconi fragte mich: ‚Wie ist Ronaldo so?‘ – Präsident, er ist gut. Aber er ist kein gutes Vorbild, immer in der Disco, er hat zugenommen. Er denkt nur an Frauen.“ Diese Worte werfen ein bezeichnendes Licht auf Ronaldos Zeit in Madrid und hinterfragen das Image des vermeintlichen Perfektionisten.

Die Trennung von Ronaldo und Capello im Jahr 2007 markierte das Ende einer Ära in Madrid. Ronaldo kehrte für 7,5 Millionen Euro nach Italien zurück, diesmal zum AC Mailand, wo Silvio Berlusconi bereits die Fäden zog. Capello hingegen blieb kurzzeitig ohne Job, bevor er im Dezember desselben Jahres die Nationalmannschaft Englands übernahm.

Capellos Bilanz ist eindeutig: „Der Abschied von Madrid und die Rückkehr nach Mailand war der größte Fehler.“ Ein Fehler, der nicht nur seine eigene Karriere, sondern möglicherweise auch die von Cristiano Ronaldo beeinflusst haben könnte. Der italienische Trainer zeigt damit, dass auch Superstars nicht vor Kritik und Fehlentscheidungen gefeit sind – und dass der Weg zum Erfolg oft steinig ist.