Maier schlägt paralympics vor olympia: „kalte loipe statt schneematsch“

Marco Maier hat genug von Plusgraden und Tiefschneematsch. Nach seinen vier Medaillen in Tesero fordert der 26-jährige Allgäuer eine radikale Neuordnung: Paralympics vor Olympia – damit endlich harte, faire Bedingungen herrschen.

„Entweder wir verlegen die Spiele in Länder, in denen es zu dieser Jahreszeit kalt ist, oder wir verlegen die Spiele einfach früher in den Winter“, sagte Maier im ZDF-Sportstudio. Der Biathlet startete in Norditalien stets in kurzer Hose – nicht als Fashion-Statement, sonnern aus purem Frust über die frühlingshaften Temperaturen.

Der vorschlag, der den kalender auf den kopf stellt

Seine These: Paralympics vor Olympia abhalten. „Warum nicht?“ fragt er und schiebt nach: „Für uns Sportler ist es egal, ob wir vor oder nach Olympia starten. Wir wollen nur faire Bedingungen.“ Der Vorschlag ist kein spontaner Ausrutscher. Maier spricht aus, was viele Behindertensportler seit Jahren denken: Die Nacholympia-Loipe ist oft eine Katastrophe.

Schon in Sotschi, Pyeongchang und Peking bröselte der Schnee unter den Sit-Skis. In Tesero wurde aus der festen Loipe binnen Tagen tiefenreifer Matsch. „Gerade im Parasport brauchen wir harte, kalte Strecken“, betont Maier. „Einige Athleten mit höherem Behinderungsgrad rutschen bei weichem Schnee stärker durch – das verzerrt den Wettbewerb.“

Die Zahlen sprechen für ihn: Drei Biathlon-Bronze und Silber mit der Langlauf-Staffel holte er trotz, nicht wegen der Bedingungen. „Es war unfair“, sagt er knapp.

Der nächste schritt: ein kaltes februar-fenster

Der nächste schritt: ein kaltes februar-fenster

Maier schlägt konkret ein Februar-Fenster vor – kurz vor der Olympia-Eröffnung. „Dann haben wir Schneegarantie, die Medienpräsenz steigt, und die Organisatoren sparen sich zweimal Auf- und Abbau“, listet er auf. Der Athletenverband will den Vorschlag auf der nächsten IPC-Klausur einbringen.

Kritiker warnen vor Logistikchaos und verkürzten Vorbereitungszeiten. Maier bleibt hart: „Lieber einmal umdenken als jedes Mal Matsch.“ Seine Forderung ist kein Klagen auf hohem Niveau – sie ist ein Appell an Gleichberechtigung. Wenn der Parasport erst dann wirklich gleiche Bedingungen bekommt, wenn er den Olympiasommer vorzieht, dann ist das ein Armutszeugnis für die Organisatoren.

Die Entscheidung fällt 2027, wenn der IOC-IPC-Koordinierungsvertrag neu verhandelt wird. Bis dahin wird Maier weitermachen – auch wenn er dafür weiter in kurzer Hose starten muss.