Hooligans verwüsten dortmund: 152 hsv-fans nach randale festgenommen

Es war der Abstieg in die Anarchie, den niemand bestellt hatte. Minuten nach dem Abpfiff in Dortmund verwandelte sich die östliche Innenstadt in eine Schießbude: rund 300 Vermummte stürmten auf die Abfahrtgleise der HSV-Busse, warfen Pflastersteine, brachen Scheiben und schlugen auf alles ein, was in Hamburg-Trikot daherkam.

152 Personalien hat die Polizei schließlich aufgenommen – ein Rekord für diese Saison. Die meisten stammen aus dem Umfeld des HSV, bestätigte die Einsatzleitung am Morgen. Die Täter hatten sich offenbar im Vorfeld über versiegelte Messenger-Gruppen verabredet; Teile der Chatverläufe lagen der Redaktion bereits vor.

Wie eine gezielte militäraktion ablief

Zeugen berichten von zwei getakteten Wellen. Erst flogen Bengalos auf die Busse, Sekunden später krachten Steine gegen die Panzerglasfenster. Die Beamten schalteten sofort auf „Gefahrenlage 3“ und kesselten die Angreifer in der Schwanen- und Lützowstraße ein. Dabei fanden die Einsatzkräfte Schlagstöcke, Ketten und selbst eine verbotene Signalpistole – alles in Rucksäcken versteckt, als wäre man auf einen urbanen Guerillakampf vorbereitet.

Die Kosten für die beschädigten Fahrzeuge belaufen sich laut Verkehrsgesellschaft bereits auf rund 380 000 Euro. Drei HSV-Anhänger erlitten Schnittwunden, ein Polizist eine Gehirnerschütterung. Die Lage konnte erst nach zwei Stunden beruhigt werden, als Verstärkung aus Essen und Bochum anrückte.

Was der verein jetzt fürchten muss

Was der verein jetzt fürchten muss

Der HSV steht mit dem Rücken zur Wand. Die DFL kann das Auswärtsspiel gegen den BVB laut Satzung mit Geisterspiel ahnden, falls nachgewiesen wird, dass sich Mitglieder des offiziellen Fanclubs beteiligt haben. Innenministerin Ina Scharrenbach kündigte schnellere Stadionverbote an: „Wer so plant, hat im Fußball nichts verloren.“

Doch das Problem sitzt tiefer. Auswertungen des BKA zeigen, dass Gewaltdelikte im Umfeld des deutschen Profifußballs seit 2024 um 18 Prozent gestiegen sind. Die Täter werden jünger, besser vernetzt – und skrupelloser. Die Dortmunder Krawallnacht ist nur die Spitze eines Eisbergs, der sich seit Monaten auftut.

Längst fragt niemand mehr, ob Fußball Menschen verbindet. Die Frage lautet: Wie lange will die Gesellschaft noch zuschauen, bis das Spiel endgültig zum Krieg wird?