Bologna gegen lazio: castro oder dallinga? italiano zündelt am dall’ara

28 000 Fans, ein Ticket fürs internationale Geschäft und ein Sturmduell, das bis zum Anpfiff offen bleibt: Beim Bologna FC brodelt es am Dall’Ara, weil Vincenzo Italiano sich nicht zwischen Ignacio Castro und Thijs Dallinga entscheiden kann. Beide trafen zuletzt, beide laufen heiß – aber nur einer darf von Anfang an jagen.

Castro, dallinga und der 4-2-3-1-kniff

Der Coach schwankt zwischen der Roma-Elf, die ihm das Viertelfinale bescherte, und der Rotation, die seine Stammkräfte schont. Dallinga steht für Pressing und Tiefe, Castro für Dribblings zwischen den Linien. Dahinter lauert Riccardo Orsolini, der nach seiner Gattuso-Ausladung den nächsten Beweis liefern will. Elf Saisontreffer hat er, 2026 waren es nur zwei – eine Statistik, die ihm selbst auf den Nerv geht.

Im Mittelfeld wird es eng: Pobega und Odgaard fallen aus, Sohm rückt möglicherweise vor die Abwehr, um Patric aus der Zwangslage zu befreien. Der Spanier spielt seit Wochen als Not-Sechser, weil Rovella, Cataldi und Basic fehlen. Ein Defensiv-Flickwerk also, das auf Schnelligkeit setzt – und genau dort plant Maurizio Sarri den Gegenstoß.

Isaksen, romagnoli und die 223 minuten fluch

Isaksen, romagnoli und die 223 minuten fluch

Gustav Isaksen ist Lazios neuester Hoffnungsträger. Vier Liga-Tore, drei davon mit Beteiligung gegen Bologna. Sein letztes Auswärtstor datiert vom 2:2 in Turin – 223 Minuten her. Daneben kehte Alessio Romagnolizurück, um die wackelige Abwehr zu stabilisieren. Links hinten wird Tavares zum Flügel, rechts Pedro auf seine Jubiläums-Partie Nummer 200 vorbereitet. Noslin lauert als Joker, der hier im Pokal den 1:1-Anschluss erzielte.

Die Zahler sprechen für die Hausherren: Bologna kassierte in den letzten sieben Heimspielen sieben Niederlagen – gegen sich selbst. Die Kurve will endlich wieder einen Sieg, der die Tabelle nach oben schubst. Platz sieben liegt nur drei Punkte entfernt, doch der bringt erst dann Europa, wenn sich die Konkurrenz verheddert.

15 Uhr, Dall’Ara, 28 000 Stimmen. Entscheidend wird sein, wer die erste Lücke findet – Castro mit einem Doppelpass oder Dallinga mit einem Sprint in den Rückraum. Italiano hat sich noch nicht verraten. Sarri schon: „Wir sind ein Umschlagteam, kein Ballbesitz-Orchester.“ Das klingt nach einem Duell auf Messers Schneide – und nach einem Abend, an dem eine einzige Aktion die Saison lenkt.