Real madrid vor dem aus: rüdiger flucht über „geschenke“, aber das comeback soll in münchen kommen

1:2 gegen Bayern, 1:7 gegen Drittklassige – Real Madrid schlittert derzeit mit Tempo in Richtung Trophäenwüste. Antonio Rüdiger sprach nach dem Champions-League-Heimdebakel von „zwei Geschenken“, doch er und sein Trainer schwören, dass das Rückspiel in München noch kein Freitod ist.

Ballverluste mit ansage: madrids baukasten bröckelt

Die Statistik liest sich wie ein Horrorfilm: 20 Torschüsse, nur ein Treffer. Manuel Neuer machte seinen Job, die Madrilenen vergaßen das ihre. „Wir müssen mehr schießen – aber aufs Tor“, donnerte Rüdiger vor spanischen Mikrofonen. Die bittere Wahrheit dahinter: Jedes zweite Aufbauspiel endete in einem vertändelten Pass, die Bayern lauerten nur darauf. Luis Díaz und Harry Kane bedankten sich eiskalt.

Alvaro Arbeloa, frisch gebackener Coach, wollte einzelne Schuldige nicht benennen. „Fußball ist ein Fehlerspiel“, sagte er und klang dabei wie ein Lehrer, der weiß, dass die Klassenarbeit trotzdem mit Note 6 nach Hause kommt. Das Problem: Gegen Gegner wie Bayern reicht schon ein schlampiger Moment, um die komplette Saison zu versenken.

Neuer als schreckgespenst – und die letzte hoffnung

Neuer als schreckgespenst – und die letzte hoffnung

Neuer parierte wie einst im Wembley-Final 2013. „Dafür bin ich da“, kommentierte er lakonisch. Für Real Madrid bedeutet das: Selbst eine Gala von Thibaut Courtois würde nicht reichen, wenn vorne keine Reaktion folgt. Arbeloa versuchte, den Fokus vom Gegner-Torwart zu nehmen: „Wer unsere Chancen nicht gesehen hat, soll in Madrid bleiben. Wir fahren nach München, um zu gewinnen.“

Die Rede klingt tapfer, doch die Zahlen sind gnadenlos. Ohne Auswärtstor braucht Real einen 2:0-Sieg, um die Verlängerung zu erzwingen. Gab es schon mal ein solches Comeback der Königlichen? Klar. Aber dieses Mal fehlt das Mittelfeld-Taktier-Gerüst von Kroos und Modrić in Hochform, dafür sind die Defensivritzen so groß wie die Spanische Treppe.

Laliga als nebenschauplatz – psychologie als trumpf

Laliga als nebenschauplatz – psychologie als trumpf

Der sieben-Punkte-Rückstand auf Barcelona in der Meisterschaft lastet zusätzlich. Die Copa-Auslosung gegen Drittliga-Klubs ist längst Geschichte, der Ruf nach Titeln aber nicht. Die Spielerzimmer kochen vor Selbstzweifeln, gleichzeitig schwört Rüdiger: „Wenn es ein Team schafft, in München zu gewinnen, dann wir.“

Bayern kennt diese Selbstüberzeugung nur zu gut. Ancelotti war es einst, der mit Milan 2005 in Istanbul noch 3:0 hinten lag und trotzdem den Pokal holte. Doch diese Historie bringt keinen Punkt, wenn Vinícius und Bellingham am Mittwoch erneut in Neuer-Höllen stolpern.

Real Madrid steht mit dem Rücken zur Wand, aber die Mauer ist in München kaum weniger hoch. Wer glaubt, das 1:2 sei ein harmloses Warm-up, vergisst: Im Bernabeu herrscht seit dem Abpfiff Alarmstufe Rot. Und in der Champions League gibt es kein zweites Leben – nur 90 Minuten, in denen sich Legenden oder Legenden-Gräber bauen.