Historischer fußballmoment: nordkorea tritt seit 2018 wieder in südkorea an!

Ein eisiger Wind weht durch die koreanische Halbinsel – doch der Fußball könnte eine Brücke bauen. Am 20. Mai trifft das nordkoreanische Frauenteam Naegohyang Women’s FC im Halbfinale der AFC Champions League in Suwon auf Suwon FC Women. Es ist der erste Auftritt eines nordkoreanischen Sportteams in Südkorea seit fast acht Jahren und ein Hoffnungsschimmer inmitten einer angespannten politischen Lage.

Ein duell voller symbolik

Ein duell voller symbolik

Die Begegnung ist mehr als nur ein Fußballspiel. Sie findet statt, während Seoul unter Präsident Lee Jae Myung zaghafte Annäherungsversuche an Pjöngjang unternimmt, ohne dabei ideologische Vorbedingungen zu stellen. Experten sehen darin die Chance, auch wenn nur minimal, Kommunikationskanäle wieder zu öffnen. Die Lage ist delikat: Formaljuristisch befinden sich die beiden Länder immer noch im Kriegszustand.

Die Delegation aus Pjöngjang, bestehend aus 27 Spielerinnen und 12 Betreuern, wird am 17. Mai über Incheon eintreffen, geflogen von Air China aus Peking. Der Suwon Sports Complex wird Schauplatz eines Ereignisses, das die Sportwelt in Atem hält. Der Sieger dieser Partie trifft im Finale entweder auf Melbourne City aus Australien oder Tokyo Verdy Beleza aus Japan – ein Beweis für die globale Reichweite des Frauenfußballs.

Ein Blick auf den Gegner: Naegohyang Women’s FC, gegründet 2012 und hauptsächlich aus Spielerinnen der nordkoreanischen Nationalmannschaft bestehend, hat sich in den letzten Jahren als eine der führenden Kräfte im asiatischen Fußball etabliert. Der Gewinn der U17-Weltmeisterschaft im November, mit einem beeindruckenden 3:0-Sieg gegen die Niederlande, unterstreicht die Stärke des nordkoreanischen Nachwuchses.

Die letzte Begegnung zwischen Teams aus beiden Ländern datiert von 2018, als Schützen-, Jugendfußball- und Tischtennisdelegationen den Weg nach Südkorea antraten. Doch die politische Atmosphäre hat sich seitdem verdichtet. Ob diese Begegnung tatsächlich zu einer nachhaltigen Verbesserung der Beziehungen führen kann, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Der Sport hat die Macht, zu verbinden – auch wenn die politischen Fronten noch verhärtet sind.

Die Faszination des Fußballs, seine Fähigkeit, Nationen zu vereinen, wird sich am 20. Mai in Suwon zeigen. Ein Spiel, das mehr ist als nur 90 Minuten auf dem Rasen.