St. pauli am abgrund: blessin klammert sich fest – relegation droht!

Hamburger Kiez, Sonntagabend – die Stimmung war alles andere als feierlich. St. Pauli patzte gegen Mainz 05 mit 1:2 und rutschte in der Tabelle ab. Alexander Blessin, der Trainer, versuchte zwar, die Fassung zu bewahren, doch die Pfiffe der Fans nach einer desolaten ersten Halbzeit ließen wenig Zweifel daran: Der Druck steigt ins Unermessliche.

Die defensive ein einziges flickwerk

Die Abwehr um Hauke Wahl und Eric Smith produzierte Fehler, die man sich in der Kreisliga kaum leisten dürfte. Phillip Tietz ließ St. Pauli schon früh das Nachsehen, als er die Gäste in Führung brachte (6.). Die Kiezkicker wirkten physisch und mental nicht bereit für die Aufgabe. Ein 0:2-Halbzeitstand war die bittere Bilanz einer Mannschaft, die an diesem Tag jegliches Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu verhauen schien.

„Diese einfachen Fehler, die wir produzieren, kosten uns derzeit das Verbleiben im Oberhaus“, analysierte Blessin nach dem Spiel bedauernd. Die späte Hoffnung, die Abdoulie Ceesay mit seinem Treffer in der 87. Minute weckte, war lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn das Spiel war längst entschieden.

Klassenerhalt: ein wettlauf gegen die zeit

Klassenerhalt: ein wettlauf gegen die zeit

St. Pauli muss sich beeilen, denn der Konkurrent VfL Wolfsburg zog durch ein Unentschieden gegen Freiburg punktgleich. Die bessere Tordifferenz katapultierte die Wölfe auf den Relegationsrang, während St. Pauli nun mit dem Rücken zur Wand steht. Die kommenden Spiele gegen RB Leipzig und erneut Wolfsburg werden richtungsweisend sein.

Blessin weigert sich jedoch, die Segel streichen zu lassen. „Ich werde jetzt nicht den Bettel hinschmeißen“, erklärte der Coach kämpferisch. „Ich stehe dazu und bin davon überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen.“ Kapitän Jackson Irvine stimmte zu: „Es sind noch sechs Punkte zu vergeben. Alles kann passieren.“ Der Glaube scheint jedoch brüchig. Der nächste Gegner, RB Leipzig, dürfte eine weitere Hürde darstellen.

Die Wahrheit ist: St. Pauli muss in den verbleibenden Spielen eine Leistung abrufen, die weit über das hinausgeht, was man in den letzten Wochen gesehen hat. Andernfalls wird der Abstieg in die 2. Bundesliga eine unausweichliche Realität.