Real madrid taumelt richtung abgrund – rüdiger schreit nach feuerwehr

Der Bernabéu verstummte, als der Schlusspfiff das 1:2 besiegelte – kein Groll, nur betretenes Schweigen. Real Madrid schenkte dem FC Bayern zwei Tore ein, schenkte sich selbst die nächste Krise. Antonio Rüdiger sprach vom „zwei Geschenken“, meinte damit aber zwei Blackouts, die das Viertelfinal-Hinspiel kippten. Jetzt müssen die Königlichen in München einen 1:3-Rückstand verhindern, um nicht auch noch die Königsklasse zu verlieren.

Ballverluste wie auf dem schulhof

Schon nach 25 Minuten war klar: Wer den Ball nicht sichert, sichert sich die Schlagzeilen. Erst ein verlorener Doppelpass in der eigenen Hälfte, dann ein zu kurzer Rückpass – beide Male stand Bayern-Schlussmann Manuel Neuer letztlich gar nicht mehr im Fokus, weil Real ihn zur Statistiker degradierte. „Wir haben beim Aufbau Mist gebaut, Punkt“, sagte Rüdiger und schlug sich fluchend die Hand auf die Oberschenkel. Trainer Alvaro Arbeloa sprach von „vermeidbaren Fehlern“, meinte aber auch: Fußball sei ein „Fehlerspiel“. Nur dass Fehler gegen Bayern nicht bestraft, sondern exekutiert werden.

Die Statistik liest sich wie ein Absagebrief: 20 Schüsse, nur fünf aufs Tor, ein Treffer. „Wir müssen mehr schießen – aber aufs Tor“, forderte Rüdiger. Die Ironie: Neuer war trotzdem Spieler des Abends. „Heute war der beste Spieler des FC Bayern der Torwart“, gab der Nationalspieler zu. Arbeloa wollte sich nicht in Neuers Gala verlieren: „Wer unsere Chancen nicht gesehen hat, kann gern in Madrid bleiben.“

Barcelona zieht weg, die saison droht zu kollabieren

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Die Niederlage schmerzt doppelt. In La Liga liegen die Blancos sieben Punkte hinter Erzrivalen Barcelona, in der Copa del Rey schon an Cádiz gescheitert. Jetzt auch noch das Champions-League-Aus? „Wenn es eine Mannschaft gibt, die in München gewinnen kann, dann wir“, beteuerte Arbeloa. Das Mantra klingt wie Selbsttherapie. Real schwor sich auf das Wunder ein, doch die Wunden sind offen. Die Defensive wackelt, die Offensive vergibt, die Mitte verliert zu viele Bälle.

Am Mittwoch im Allianz Arena droht das Finale vor dem Finale. Ein Aus würde nicht nur die Kasse klaffen lassen, sondern auch die Diskussion über den Kader entfachen. Arbeloa weiß: „Gewinnen wir dort, ist die Saison wieder offen. Verlieren wir, wird sie Asche.“

Die Uhr tickt. München wartet. Und Rüdiger hat schon seinen Plan: „Wir fahren hin, machen Druck und schießen – diesmal ins Netz.“ Ob das reicht, entscheidet sich in neunzig Minuten, in denen Real Madrid nicht nur Bayern, sondern auch sich selbst schlagen muss.