Ehe-fußballstar viáfara: das inferno hinter gittern in us-gefängnissen
Jhon Viáfara, einst gefeiert als Held von Manizales für sein historisches Tor gegen Boca Juniors, hat eine Odyssee durch das US-amerikanische Strafvollzugssystem hinter sich. Seine Rückkehr nach Kolumbien ist überschattet von erschütternden Geständnissen, die einen beunruhigenden Blick auf die Realität hinter den Mauern amerikanischer Gefängnisse werfen – eine Realität, die weit entfernt ist von den anfänglichen Eindrücken.
Ein langsamer abstieg in die hölle
Viáfara schilderte in einem Podcast-Gespräch („Chao con Gol“) seinen persönlichen Abstieg. Zunächst befand er sich in einer Haftanstalt mit einer hohen lateinamerikanischen Bevölkerung (bis zu 800 Kolumbianer), wo es relativ komfortable Bedingungen gab – Mikrowellen, eine gewisse Ordnung. Doch diese Phase währte nicht lange. Der Transfer in eine Hochsicherheitsanstalt der Bundesregierung markierte den Beginn eines Albtraums. „Der Teufel schlendert Tag und Nacht herum“, beschreibt Viáfara die Atmosphäre der Angst und Hoffnungslosigkeit.
Das Gewicht des Systems: Rassismus und Zwangsarbeit
Besonders traumatisch war seine Zeit in einem Gefängnis in Wisconsin. Dort, wo die weiße Bevölkerung überwiegt, war der Rassismus allgegenwärtig. Viáfara erzählt von Zwangsarbeit unter extremen Bedingungen: stundenlanges Schneeschippen im eisigen Winter und Unkraut jäten unter der brennenden Sommersonne. Die Gefängnisordnung ist hart, die Regeln unerbittlich. In den USA werden Gefängniszellen oft nach ethnischer Zugehörigkeit aufgeteilt, und Viáfara lernte schnell, welche Codes des Überlebens er befolgen musste, um Konflikte zu vermeiden, die fatale Folgen haben könnten. „Es gab Momente, in denen man nicht wusste, ob man den nächsten Morgen überleben würde“, gesteht er.
Die Segregation ist kein Mythos, sondern bittere Realität. Wer mit wem spricht, wo man sitzt und wer einen schützt – all das wird durch die ethnische Zugehörigkeit diktiert. Viáfara musste sich anpassen, um nicht Opfer der Gewalt zu werden. Die ständige Bedrohung durch Insassen, die lebenslange Strafen absitzen, wiegte schwer auf seiner Seele. „Man sieht Dinge, die einen verfolgen“, sagt er. Doch inmitten der Dunkelheit fand er unerwartete Hilfe: Ein Mitgefangener, der selbst keine Hoffnung auf Freiheit hegte, bot ihm Schutz und Trost an.

Bildung als rettungsanker
Um dem Wahnsinn zu entkommen, suchte Viáfara Zuflucht im Studium. Er absolvierte Kurse in Wutmanagement, Suchtprävention und sogar Zeichnen. Sein akademischer Höhepunkt war der Abschluss als Personal Trainer in einem intensiven Acht-Monats-Kurs, der vollständig auf Englisch gehalten wurde. „Ich habe Tag und Nacht mit einem Wörterbuch gelernt, bis meine Augen schmerzten. Ich werde wahrscheinlich eine Operation brauchen“, berichtet er.
Ein Neuanfang unter Narben
Nach seiner Freilassung, die er als „trophäenbelohntes Opfer“ im Kampf gegen den Drogenhandel betrachtet, kämpft Viáfara mit den psychologischen Narben seiner Haft. „Es fällt mir immer noch schwer, mit so vielen Menschen umzugehen“, offenbart er. Die Unterstützung seiner Familie und sein Glaube sind jedoch die Anker, die ihm helfen, wieder Fuß in seinem Heimatdorf im Valle del Cauca zu fassen. Seine Geschichte ist eine Mahnung – eine eindringliche Warnung vor den Schattenseiten des Strafvollzugssystems und der Notwendigkeit, Menschen eine zweite Chance zu geben. Das System mag ihn gebrochen haben, aber der unbezwingbare Geist eines Sportlers hat überlebt.
