Neapel fiebert: allegri bringt pferderennen ins calcio!

Neapel – Die Luft in der Stadt ist geladen, nicht nur wegen der bevorstehenden Trainerverpflichtung. Bevor die bürokratischen Hürden mit dem AC Mailand endgültig überwunden sind, hat Max Allegri bereits für Aufsehen gesorgt: Sein Rennpferd „Afromisia“ debütierte am Agnano-Ippodromo und belegte einen beachtlichen dritten Platz. Ein Vorgeschmack auf den neuen Fußballstil des Coaches?

Die pferde-metaphern des neuen trainers

Die pferde-metaphern des neuen trainers

Die Verbindung zwischen Allegri und dem Pferderennen ist kein Zufall. Seine gesamte Trainerkarriere ist durchzogen von Analogien zum Galoppsport. Erinnern Sie sich an seine berühmte Aussage nach einer Niederlage gegen die Spal: „Im Pferderennen reicht es, wenn man nur kurz das Maul vorn hat, nicht um hundert Meter!“ Eine Philosophie, die er nun offenbar auch in Neapel etablieren will. Die Fans sollten sich also darauf einstellen, dass der Fußball unter Allegri möglicherweise weniger auf spektakuläre Vorführungen und mehr auf taktische Finesse setzen wird.

Die Farben des Pferdes, ein leuchtendes Purpur, sind eine Hommage an seine livornesischen Wurzeln – ein subtiler Hinweis auf seine Vergangenheit. Die “Alma Racing” Ställe, ein Anagramm seines eigenen Namens, sind ein weiteres Zeichen seiner Leidenschaft für den Pferdesport. Doch was bedeutet das für den SSC Neapel?

Die Theorie vom „kurzen Maul“, so scheint es, hat beim Debüt in Agnano zwar nicht zum Sieg geführt, doch sie dient als Leitlinie für Allegris taktischen Ansatz. Es geht nicht um blinde Offensive, sondern um das Abwarten des richtigen Moments, um dann mit Präzision und Effizienz zuzuschlagen. Ob diese Strategie in der hochkarätigen Serie A aufgeht, bleibt abzuwarten.

Allegri hat in der Vergangenheit immer wieder auf Pferde-Metaphern zurückgegriffen, um seine Entscheidungen zu erklären. Benatia wurde einst auf die Weide geschickt, weil „Gewinnerpferde nach einer Siegesreihe eine Pause brauchen“. Mandzukic hingegen „graste“ auf der Weide, während Khedira gerade erst vom Weideplatz kam. Und bei der Analyse der Juventus-Remontade in der Saison 2015/2016 sprach er von einem „Start mit Handicap, wie bei den Trabrennen über 2000 Meter.“

Selbst sein Weg in den Profifußball begann mit einer Wette: „Ein Buchmacher sagte mir, es sei wahrscheinlicher, dass ich ein Pferderennen gewinne, als in der Serie A zu trainieren. Minnesota gewann, und ich wurde Trainer in der Serie A.“ Ein bemerkenswerter Zufall, der Allegris Denkweise geprägt hat.

Ob Afromisia am Ende schneller ist als die Konkurrenz auf dem Platz, und ob der SSC Neapel dank Allegris Pferde-Philosophie endlich die Meisterschaft zurückerobern kann, wird die Saison zeigen. Fest steht: Mit Max Allegri wird es in Neapel alles andere als langweilig.