Giro d'italia: cairo blickt nach vorn – und ins tour-lager!
Rom, 1. Juni – Der Jubel hallt noch nach dem spektakulären Foto-Finish des 109. Giro d'Italia, doch RCS MediaGroup-Präsident Urbano Cairo blickt bereits weiter. Vor dem Hintergrund des erleuchteten Circo Massimo, der nach der letzten Etappe in ein Meer aus jubelnden Fans getaucht war, ließ er durchblicken, dass die Erfolgsgeschichte des Giro noch lange nicht abgeschlossen ist. Jonathan Milans Sieg, die beeindruckende Dominanz Vingegaards und die überraschenden Leistungen von Gall und Hindley – all das habe zu einem unvergesslichen Rennen geführt.

Zehn jahre an der spitze: eine bilanz mit wachstumspotenzial
Für Cairo ist es das zehnte Jahr an der Spitze des Giro, und jedes Mal erlebt er die gleiche Begeisterung. „Ich habe dieses Jahr fünf Etappen verfolgt und bin immer wieder von der Leidenschaft der Fans überwältigt“, erklärte er. „Es ist das größte Volksfest Italiens, und auch im Ausland wird die Strahlkraft des Giro immer stärker.“ Die wirtschaftlichen Erfolge der letzten Dekade sind unbestreitbar, aber Cairo sieht noch Luft nach oben, vor allem bei den internationalen TV-Rechten. „Wir müssen unsere Rennen auch denen zugänglich machen, die sie im Free-TV sehen können. Das würde die Reichweite enorm erhöhen.“
Ein Blick nach Frankreich scheint ihm der Schlüssel zu sein. „Ich werde demnächst eine Etappe der Tour de France besuchen. Sie sind ein Vorbild, und wir müssen uns genau ansehen, was sie besser machen – insbesondere im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Regierung.“ Cairo betonte, dass die Diskrepanz zwischen den TV-Einnahmen des Radsports (ca. 300 Millionen Euro) und des Fußballs (15 Milliarden Euro alarmierend sei. „Wir müssen neue Wege finden, um den Wert des Radsports zu steigern, vielleicht durch die Schaffung eines globalen Kreislaufs mit den größten Rennen, ähnlich wie im Tennis oder der Formel 1.“
Die Rückkehr nach Rom als krönender Abschluss
Der vierte aufeinanderfolgende Abschluss des Giro in Rom wurde von allen Beteiligten positiv aufgenommen. Bürgermeister Roberto Gualtieri betonte die Bedeutung des Rennens für das Image der Stadt und des Landes. Auch Außenminister Antonio Tajani sieht im Giro ein „außergewöhnliches Instrument, um den Tourismus zu fördern und die Schönheit Italiens in die Welt zu tragen.“ Das Ministerium für Landwirtschaft, Souveränität und Wälder hob zudem die Bedeutung des Giro für die Förderung einer gesunden Ernährung hervor.
Die Zukunft des Giro d'Italia scheint also rosig, und Urbano Cairo ist fest entschlossen, das Rennen weiterzuentwickeln und seine Position als eines der größten Sportereignisse der Welt zu festigen. Die nächste Etappe wird zeigen, ob die ambitionierten Pläne des RCS-Präsidenten Früchte tragen werden.
