Thw kiel verpasst champions league: schmerz und enttäuschung nach final-niederlage

Die Arena verstummte, die Jubelrufe der MT Melsungen hallten durch die Gänge – und im Zentrum stand Filip Jicha, der Trainer des THW Kiel, mit aschfadem Gesicht. Die Finalniederlage im Europacup gegen Melsungen bedeutet das bittere Aus aus der Champions League, eine Krise für den Rekordmeister, die weit über das 23:24 des gestrigen Abends hinausreicht.

Die bittere wahrheit: drei jahre ohne königsklasse

Für den THW Kiel ist es der dritte Fehlstart in Folge, die dritte Saison ohne die prestigeträchtige Champions League. Viktor Szilagyi, Geschäftsführer des Vereins, sprach offen von Enttäuschung. „Wir hatten eines unserer Saisonziele noch erreichen können, das haben wir nicht“, so Szilagyi, dessen Worte die Stimmung im Lager der Norddeutschen prägnant zusammenfassten.

Nationalspieler Rune Dahmke drückte den Schmerz noch deutlicher aus: „Paketschmerz! Die Champions League-Quali stand über allem. Das hätte dem Verein und uns und der Stadt extrem viel bedeutet.“ Die Enttäuschung ist greifbar, die Sehnsucht nach dem Glanz der europäischen Spitze tief.

Der Pokal verpasst, die Liga verpasst, die Champions League verpasst – eine Saison ohne Titel, in der der THW Kiel, der stets um die Meisterschaft kämpfen will, nur auf dem fünften Platz der Liga steht. Lukas Zerbe brachte die Frustration auf den Punkt: „Beim THW Kiel und wollen immer um Titel mitspielen, deswegen tut es extrem weh, dass wir das Finale verloren haben.“

Melsung feiert, kiel trauert

Melsung feiert, kiel trauert

Während in Melsungen die Korken knallten und Timo Kastening, der MT-Kapitän, von einem „Mega-Gefühl“ und einer „langen Partynacht“ sprach, kämpfte Kiel mit seinen Emotionen. Nebojsa Simic, der Held des Finales, dessen Paraden die THW-Stars zur Verzweiflung trieben, schwärmte von „Zweitausend Emotionen“ und dem „Tag, den ich nie vergessen werde.“

Die Diskrepanz zwischen der euphorischen Stimmung in Melsungen und der gedrückten Stimmung in Kiel ist enorm. Doch der THW Kiel ist ein Verein mit Tradition und Größe. Die Niederlage mag schmerzhaft sein, doch sie darf nicht dazu führen, dass der Blick nach vorne verloren geht. Es gilt, die Fehler zu analysieren, neue Impulse zu setzen und sich bereits jetzt auf die kommende Saison vorzubereiten. Denn eines ist klar: Der THW Kiel wird zurückkommen – und er wird hungriger denn je sein, um wieder an die Spitze zu gelangen.