Kriegsbrand stoppt formel 1: bahrain und saudi-arabien fallen aus

Die Formel 1 schaltet auf Notprogramm. Nach iranischen Raketen auf Bahrain und Saudi-Arabien entfällt laut übereinstimmender Medienberichte der Große Preis von Bahrain am 12. April sowie eine Woche später das Rennen in Jeddah – ersatzlos. Die offizielle Bestätigung folgt noch am Wochenende, doch im Fahrerlager ist die Entscheidung längst durchgesickert.

100 Millionen-euro-loch in der kasse

Die Zahlen sind hart: Wegfallende Startgelder, TV-Prämien und Hospitality-Einnahmen kosten die Königreiche und die Serie gemeinsam über 100 Millionen Euro. Für die Teams bedeutet das kleinere TV-Kuchen, für die Streckenbetreiber einen Imageschaden, der sich nicht mit Geldspritzen kaschieren lässt. Mercedes, Red Bull & Co. müssen ihre Logistik umplanen: Frachtflieger Richtung Doha und Abu Dhabi stehen vor ungewisser Luftaufsicht, Container mit Motoren und Marketing-Material stecken in Manama fest.

Die Konsequenz: Die Saison schrumpft von 24 auf 22 Rennen, falls Qatar und Abu Dhabi folgen, blieben nur 20. Kimi Antonelli würde als jüngster Pole-Setter der Geschichte in einem verkürzten Kalender debütieren – eine Nebensache, wenn Raketen statt Motorensound die Nacht erschüttern.

Motogp, e-sports und fußball zittern mit

Motogp, e-sports und fußball zittern mit

Die Formel 1 ist nur die Spitze. Der MotoGP-Lauf in Lusail Anfang April steht unter Schutzhaft, das asiatische Champions-League-Finale Ende April in Jeddah ist vorerst nur ein Termin auf Papier. Selbst der E-Sports World Cup im Sommer – Saudi-Arabiens Milliarden-Gastspiel zur Sportwasche – droht ins Wasser zu fallen. Die FIFA schweigt noch, doch die Botschaft ist klar: Wenn der Himmel brennt, spielt keiner.

Für die Golfstaaten ist das mehr als ein PR-Debakel. Sie haben ihre Wüsten in Spielplätze verwandelt, um vom Öl wegzukommen. Jetzt holt der Krieg die Sportwelt ein, bevor die ersten Touristenströme fließen. Die Rechnung: Investitionen in Milliardenhöhe, Rendite in null Komma nichts.

Die Formel 1 kehrt frühestens Anfang Mai in Miami zurück. Bis dahin bleibt den Teams viel Zeit für Testkilometer – und wenig Hoffnung, dass der Nahe Osten bald wieder nur für Rekordzeiten sorgt.