Kompany zieht nach bergamo: „atalanta ist kein zufall, sondern ein produkt

Vincent Kompany landet am Abend in Bergamo – und bringt die ganze Selbstverständlichkeit eines Mannes mit, der weiß, dass sein Bayern vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League nicht nur das bessere Personal, sondern auch die bessere Taktik hat. „Wir sind bereit, die Favoritenrolle anzunehmen“, sagt er, „aber im Fußball gibt es keine Garantien, nur Chancen.“

Neuer fehlt, atalanta aber auch ein stück weg

Manuel Neuer bleibt in München, dafür fliegt Harry Kane mit. Ob er spielt, entscheidet sich erst kurz vor dem Anpfiff. „Er hat heute trainiert wie ein Weltmeister“, sagt Kompany, „wir schauen, wie die Reaktion ist.“ Der Belgier redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Kane ist hier, und das zählt zuerst.“

Die Atalanta hat ihren eigenen Ausfall: Charles de Ketelaere fehlt verletzt. Für Kompany kein Grund zur Euphorie. „Er ist ein Spieler, der Lücken öffnet. Seine Abwesenheit ändert die Raumaufteilung.“ Dabei denkt der Coach längst an den Plan B von Gian Piero Gasperini – und an den Abend im Mai 2024, als Atalanta Leverkusen in Dublin zerlegte. Links außen stand damals Josip Stanišić, heute rechts in der Bayern-Startelf. „Lookman hat mich eingeladen, das war mein Fehler“, sagt der Kroate. „Morgen gibt es keine Einladungen.“

Bayerns angriffsmaschine läuft auf hochtouern

Bayerns angriffsmaschine läuft auf hochtouern

24 Tore in den letzten fünf Pflichtspielen – das ist kein Zufall, sondern ein Tempo, das Kompany selbst überrascht. „Wir haben die Automatismen gefunden, ohne die Automatisierung zu verlieren.“ Gegen die Atalanta wird das Pressing früher starten als gewohnt, die Sechser tiefer, die Außenverteidiger enger. „Gasperini will uns in offene Räume locken, wir wollen diese Räume sofort schließen.“

Die Zahlen sprechen für den Rekordmeister: 71 Prozent Ballbesitz in der Liga, 2,8 Tore pro Spiel, nur elf Gegentore. Doch die Statistik interessiert Kompany nur am Rande. „Atalanta hat in den letzten drei Jahren 180 Millionen plus Transferüberschuss gemacht und ist trotzdem europäisch konkurrenzfähig. Das ist kein kleiner Klub, das ist ein Lehrstück.“

Am Ende bleibt ein Satz, der in die Kabine flüstert: „Wir sind nicht gekommen, um zu gewinnen. Wir sind gekommen, um zu dominieren.“ Wer das versteht, versteht, warum der FC Bayern auch ohne Neuer Favorit bleibt – und warum Bergamo heute Abend die Lichter früher einschalten wird.