Dzeko trifft wieder – guendouzi glänzt: altstars erobern europa zurück

Edin Dzeko schoss den Ball gegen die Latte, die Mönchengladbacher Abwehr zuckte zusammen, und dann knallte er das 2:1 für Schalke 04 in der 93. Minute. 40 Jahre alt, Zweitliga-Debütant – und Matchwinner. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Trend: Veteranen der Serie A erleben in dieser Frühjahrssaison 2026 eine zweite Karriere-Blüte, quer durch Europa.

Dzeko, guendouzi und co.: die rückkehr der ewigen jungen

In Gelsenkirchen feiert man den Bosnier wie einen Neuzugang von 30 Millionen. Dzeko selbst lacht nach dem Spiel: „Ich bin kein Rentner, ich bin Waffe.“ Drei Tore in fünf Spielen seit seinem Wechsel aus Istanbul – Zahlen, die Schalke aus dem Tabellenkeller ziehen. Die Fans singen „Dzeko, du alter Rabe“, und die Geschäftsführung plant schon den Aufstiegsbonus.

1.800 Kilometer weiter südost erfindet sich Matteo Guendouzi neu. Beim Fenerbahçe steuert der Franzose gegen Trabzonspor das 1:0 per Volley, bereitet das 3:1 vor und sprintet 11,2 km – Rekordwert im türkischen Spitzenspiel. Guendouzi war in Rom verrissen, in Marseille als undiszipliniert geprügelt – in Istanbul ist er Kapitän auf Zeit. „Endlich spiele ich wieder mit Lächeln“, sagt er, und die Tribüne antwortet mit Rufen, die bis in die Champions-League-Achtelfinale gegen Paris zu hören sind.

Ilicic und ljajic: slowenien und bosnien feiern ihre zauberer

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Josip Ilicic tritt in Koper an, zieht mit links innen, lässt zwei Gegner stehen, chippt den Ball mit rechts ins lange Eck. Maribor unterliegt 2:3, aber die Videos gehen um die Welt. 37 Jahre, Depression überwunden, Sloweniens Liga wieder verzaubert. Ilicic‘ Instagram-Post: „Das Leben ist ein Spiel, das man nie aufgibt.“ 1,4 Millionen Likes binnen zwölf Stunden.

Adem Ljajic spielt in Sarajevo für die Stadtrivalen FK Željezničar. Freitagabend, 20.030 Zuschauer, Derby gegen Borac. Ljajic schlenzt einen Freistoß aus 28 Metern ins Kreuzeck, nimmt die Kappe voller Spucke entgegen und jubelt mit heruntergezogener Socke. Bosnische Reporter sprechen vom „Tor der Saison“, Serbische Medien vom „König ohne Krone“. Der 34-Jährige lehnte Angebote aus China ab, weil „Fußball hier noch Fußball ist“.

Psg-patzer: lens kassiert die geschenke der giganten

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Zwischen all den Alten gibt es auch einen neuen Spitzenreiter in Ligue 1. Paris SG verliert in Reims 1:2, weil der VAR einen Handelfmeter zurücknimmt und Hakimi die Nachspielzeit mit Rot verpasst. Lens gewinnt parallel 3:0 in Lille, springt auf Platz eins und verwandelt die Champagne-Region in ein riesiges Caping-Gelände. Trainer Franck Haise sagt lapidar: „Wenn die Große schläft, muss man leise die Schuhe anziehen.“ Die Fans feiern bis drei Uhr morgens, die Polizei schaltet die Lichter der Promenade aus – ein Symbol für eine Machtverschiebung, die keiner kommen sah.

Die Moral von der Geschicht’: Wer glaubt, dass 35 das Ende ist, kennt Dzekos Sprungkraft nicht. Und wer meint, die Superstars seien unantastbar, hat Lens’ Siegeszug nicht verfolgt. Die Europa-League-Trommeln donnern, die Altstars trommeln zurück – und wir dürfen zuschauen, wie Erfahrung gegen Jugend, Underdog gegen Geld, Emotion gegen Analytics gewinnt. Der Ball ist rund, und er rollt offensichtlich für alle, die ihn lieben.