Kahn schießt scharf: kompanys system an der schmerzgrenze!
München – Der Schock sitzt tief im Bayern-Lager. Nach dem schmerzhaften Aus gegen Paris Saint-Germain entlud Oliver Kahn, die Legende im Tor des Rekordmeisters, seine ganze Enttäuschung. Kompanys taktische Ausrichtung steht nun massiv in der Kritik, und die Frage nach der Zukunft des Bayern-Chefs wird lauter.

Defensive lücken und fehlende alternativen
Kahn ließ wenig Zweifel daran, dass er von dem von Kompany etablierten System nicht überzeugt ist. „Das System beinhaltet sehr viel Risiko“, erklärte der 56-Jährige bei Sky. „Wenn in diesem System die Kontrolle verloren geht, dann sieht man sehr schnell, wie anfällig es sein kann.“ Die defensive Instabilität der Mannschaft, die in den letzten Spielen immer wieder zu Gegentoren führte, ist ihm besonders ein Dorn im Auge.
Die Vorstellung, dass Spieler auch nach einem 4:3-Sieg noch Zweifel hegen, verdeutlicht die tieferliegende Problematik. „Spieler machen sich immer Gedanken“, betonte Kahn. „Und dann passiert genau das, was jetzt gegen Paris passiert ist.“ Die frühe Führung von PSG, bereits nach 180 Sekunden durch Ousmane Dembélé, offenbarte die Schwächen in der Bayern-Abwehr. Der tiefe Lauf von Khvicha Kvaratskhelia und die mangelnde Abstimmung zwischen Dayot Upamecano und Konrad Laimer waren dabei nur zwei von mehreren Problemen.
Ein Plan B? Fehlanzeige. Die Münchner scheinen gegen PSG keine Möglichkeit zu haben, auf die Dominanz des Gegners zu reagieren. Kahn kritisierte scharf: „Du kannst nicht immer, wenn du zwei, drei Tore bekommst, auch vier schießen.“ Die wiederholten Aufholjagden in der Bundesliga und Champions League, beispielsweise das 4:3 gegen Real Madrid, waren keine Garantie für Erfolg gegen eine so erfahrene Mannschaft wie PSG.
Kahn forderte eine flexiblere Herangehensweise im modernen Fußball. „Es geht nicht darum, ein System starr zu spielen, sondern viele verschiedene Ideen umsetzen zu können.“ Das von Kompany verfolgte Konzept scheint zu rigide, zu sehr auf Offensive ausgerichtet, um den Anforderungen des höchsten europäischen Fußballs gerecht zu werden. Die Bayern-Bosse stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, eine Lösung für diese taktische Krise zu finden, bevor die nächste Saison beginnt.
Die Frage ist nicht, ob Kompany seinen Job behält, sondern ob er bereit ist, seine Philosophie grundlegend zu hinterfragen und die Mannschaft defensiv robuster zu machen. Sonst droht Bayern eine weitere Saison voller Enttäuschungen. Die Zeichen stehen auf Umbruch.
