Haaland schlägt zweifach zu: 116.000 euro für ein buch – und schenkt es einfach weg

Erling Haaland ballert nicht nur Tore, er ballert auch Kultur. Der 22-jährige Torjäger ließ sich das Original-Manuskript der norwegischen Sagas für umgerechnet 116.000 Euro verkaufen – und schenkte es am nächsten Tag der Öffentlichkeit zurück. Kein PR-Gag, kein Museum mit Eintritt, einfach nur offene Tür in der Kleinstadt Bryne, wo er mit dem Sand der Straße noch im Schuhfußball spielte.

Die zahl, die alles sagt: 1594

Die zahl, die alles sagt: 1594

Das Datum steht auf dem Titelblatt. Die Ausgabe ist 429 Jahre alt, gedruckt, als die Wikinger längst nur noch in Liedern lebten. Snorri Sturlusons „Heimskringla“ erzählt von Königen, Kämpfen und Bauern, die sich mit Axten gegen die Kälte stemmten. Für Haaland ist das kein Antiquariatsschatz, sondern Spiegel. „Ich komme von dort“, sagt er knapp, „und die Kinder sollen lesen, dass auch sie irgendwoher kommen.“

Der Kauf lief still über eine Osloer Auktionshaus-Tochter im Dezember. Alf-Inge, Vater und früherer Premier-League-Enforcer, saß neben seinem Sohn im Saal. Kein Telefon, kein Bieterpaddel, nur ein Nicken. Drei Sekunden, 1,3 Milliarden norwegische Kronen – Rekord. Dann Kaffeepause. Die Meldung kam erst jetzt, weil das Bücherregal in Bryne fertig wurde. Eiche, handgeschreinert, keine Glasscheibe. Wer will, darf mit Fingerkuppe über die Initialen streichen.

Parallel plant der Stürmer den Sommer. Norwegen hat sich nach 24 Jahren wieder für eine WM qualifiziert, Italien musste in die Relegation. Gruppe I: Frankreich, Senegal und ein letzter Gegner, der gerade noch gegründet wird. Haaland trainiert bereits mit 30 Minuten Extra-Schussarbeit nach jedem Teamlauf. Die Physios nennen es „Viking Power Finish“, er selbst lacht und sagt: „Geschichten schreibt man selbst.“

In Bryne wartet man nicht auf ihn. Die Bibliothek hat Öffnungszeiten verlängert, die Kasse klingelt trotzdem nicht. Die Stadt könnte Eintritt nehmen, würde Geld machen. Tut sie nicht. Der Bürgermeister zuckt: „Er hat gesagt, Träume sollen frei sein. Wir verstehen kein Wort über Fußball, aber das verstehen wir.“

116.000 Euro, null Rückzahlung, tausend neue Leser. Haalands Bilanz in diesem Transferfenster: ein Tor gegen Schottland, ein Buch gegen das Vergessen. Beides versenkt er ins lange Eck.