Playoff-helden und saison-flops: diese 14 akteure spalten die national league

Die Scheibe ist schon durch die Linie, doch die Debatte kocht erst auf. Während die National League in den Playoffs auf Hochtouren läuft, stellen wir jene Gesichter vor, die ihre Klubs entweder tragen – oder in die Tiefe reißen. Ein Finne versetzt ganz Jurassien in Ekstase, ein Tscheche lässt Zürcher Banner erzittern und ein ehemaliger Erstrunden-Pick aus Finnland schreibt in Genf Clutch-Geschichte.

Hc ajoie: anttoni honka lässt die bank sprechen

Greg Ireland schickt ihn fast jede Nacht für über 20 Minuten aufs Eis – und das ist Programm, keine Notlösung. Anttoni Honka verpasste nur ein Spiel, holte als Verteidiger dennoch 34 Scorerpunkte und war damit Topscorer eines Teams, das sich erst mit Mühe den Play-In-Platz sicherte. Die Rede vom „Import-Franchise-Player“ fällt in den Medien des Jura mittlerweile so selbstverständlich wie das Tickern der Uhrwerke von La Chaux-de-Fonds.

Bern und zug: wo die stars verletzt, die hoffnung frostig ist

Bern und zug: wo die stars verletzt, die hoffnung frostig ist

Bei SC Bern hielt Benjamin Baumgartner die Saison nicht erst mit seinem Hattrick gegen Biel am Leben – er war sie. Dazwischen lagen zwei Verletzungspausen, die wie Schneisen durch den Kader fuhren. Beim EV Zug hingegen bleibt Dominik Kubalik mit 22 Treffern das einzige offensiv funktionierende Bindeglied, während die Defensive in den Playoffs schon acht Gegentore kassierte – dreimal so viele wie in der gesamten Vorrunde zusammen. Die Zentralschweizer müssen sich fragen: Was, wenn der Tscheche einmal streikt?

Die torhüter, die schweizer importe in den schatten stellen

Die torhüter, die schweizer importe in den schatten stellen

Kein Club verpulvert seine Ausländerkontingente lieber fürs Tor – doch Simon Hrubec beim ZSC Lions macht diese Rechnung auf. 92,7 % gehaltene Schüsse, zwei Shutouts in den Playoffs, Null-Toleranz-Zone zwischen den Pfosten. In Kloten hingegen musste Davide Fadani nach der Waeber-Verletzung einspringen – und hielt 91,7 %, obwohl er vorher erst zwei NL-Einsätze auf dem Buckel hatte. Die Message an die Liga: Jugend forciert sich selbst, wenn man sie lässt.

Die jungstürme, die ihre klubs neu vermessen

Die jungstürme, die ihre klubs neu vermessen

Attilio Biasca war in Fribourg zunächst nur als Energiepaket vorgesehen, doch 27 Punkte später fragt sich Gotteron, ob der 21-Jährige nicht längst zum Core gehört. Gleiches gilt für Mark Sever in Biel: 13 Punkte in 22 Partien, dazu ein Doppelpack im Play-In gegen Bern – mehr Vertrauen kann ein Trainer kaum verschenken.

Die frühform-phänomene und ihre playoff-ausrede

Die frühform-phänomene und ihre playoff-ausrede

Brendan Lemieux lieferte in Davos nach dem Spengler Cup eine Schleife nach der anderen, doch seine 29 Einsätze zeigen: Verletzungen limitierten ihn. Trotzdem steht er bereits bei vier Playoff-Punkten – ein Indiz dafür, dass der Knackpunkt nicht die Quantität, sondern die Qualität seiner Einsätze ist. Bei den SCL Tigers hielt Robin Meyer mit 91,9 % Fangquote die Saison am Leben, bis der Endspurt die Tigers doch noch aus dem Rennen warf. Manchmal reicht selbst ein Youngster-Wunder nicht, wenn das Team vor ihm strauchelt.

Fazit: die liga schreibt ihre geschichten neu

Fazit: die liga schreibt ihre geschichten neu

Die National League ist längst keine reine Import-Show mehr. Wo einst Veteranen das Zepter schwangen, setzen nun Finnen, Tschechen und Schweizer Jungstars ihre eigenen Akzente – mal als Hoffnungsträger, mal als Notnagel. Die Playoffs werden zeigen, wer aus dieser Riege tatsächlich zu den Playoff-Helden reift und wer nur ein Fußnote in der Saison 2025/26 bleibt. Die Scheibe ist durch, die Uhr tickt – und die nächste Story wartet schon am Band.