Frick steht vor der falltür: luzern wartet bis zur letzten sekunde

Mario Frick trainiert den FC Luzern vielleicht schon an diesem Sonntag zum letzten Mal. Nach 4,5 Jahren droht dem Südtiroler die Entlassung – obwohl Sportchef Remo Meyer ihn als „100-Prozent-Philosophie-Mann“ feiert.

Meyer preist, aber verlängert nicht

Die Verbal-Verbeugung klingt fast wie ein Abschiedsgeschenk. „Er war in den letzten viereinhalb Jahren ein ganz wichtiger Mann“, sagt Meyer am Rande des Trainings. Die Worte sind warm, der Vertrag aber kalt: am 30. Juni endet er. Luzern will sich vor den letzten drei Spielen der Quali-Phase „rechnerisch vom Barrageplatz verabschieden“, dann entscheiden. Die Devise: Erst Tabelle, dann Trainer.

Frick selbst wirkt wie eingefroren. Auf Pressefragen zu seiner Zukunft antwortet er mit Standardsätzen, sein Blick geht durch die Reporter hindurch Richtung Horw, wo die U-21 spielt. Dort steht mit Michel Renggli bereits ein Hof-Kandidat parat. Meyer schiebt nach: „Wir bilden nicht nur Spieler, sondern auch Trainer aus.“ Ein Satz, der wie ein Damoklesschwert klingt.

Interne lösung oder externer neustart?

Interne lösung oder externer neustart?

Die Rechnung ist simpel: Gewinnt Luzern die letzten drei Partien, springt vielleicht Platz fünf heraus, der Play-off-Einzug winkt. Dann wäre Frick der Retter, die Verlängerung Formsache. Verliert die Mannschaft in Sion oder gegen St. Gallen, rutscht sie auf den Barrage-Platz – und Frick fällt durch die Falltür. Die sportliche Leitung hat schon jetzt alle Optionen offen, um im Sommer nicht leer dazustehen.

Spielerisch hat Frick den Klub tatsächlich geprägt: Hochpressing, ballorientiertes Gegenpressing, junge Eigengewächse. Kabwit, Zoukit und Co. schwärmen vom „angehenden Vater“, doch die Punkte sprrechen eine andere Sprache: seit sieben Runden nur zwei Siege, 18 Gegentore in der Phase. Die Statistik ist gnadenlos, egal wie sehr die Philosophie gefeiert wird.

Am Samstagabend nach dem letzten Spiel wird die Entscheidung fallen – nicht in einem feierlichen Presseclub, sondern in einem kleinen Büro neben der Kabine. Dort sitzt dann Remo Meyer, ein Zettel mit zwei Namen vor sich: Frick oder Renggli. Für den Südtiroler heißt es: 90 Minuten, eine Saison, eine Karriere – alles oder nichts.