U21-kracher in griechenland: di salvo setzt auf el mala und drei debütanten
Endspielstimmung zwei Monate vor dem Sommerloch: Antonio Di Salvo hat den Kader für die Doppelpackung gegen Nordirland und Griechenland nominiert, die über Alles oder Nichts in der EM-Quali entscheiden. Auf dem Papier klingt die Mission klar – auf dem Rasen wartet ein Racheduell mit den Hellenen, die der deutschen U21 im Hinspiel die erste Pflichtspiel-Niederlage seit 2019 beibrachten.
El mala, coulibaly, finkgräfe, lenz: frisches blut für den endspurt
Der 1. FC Köln liefert den Shootingstar dieser March-Ausgabe: Said El Mala flog schon im November aus dem A-Team zurück in die U21, nun darf er zeigen, dass Julian Nagelsmanns Kurz-Versetzung kein Zeichen von Mangel war, sondern von Reife. An seiner Seite: Karim Coulibaly (Werder), Max Finkgräfe (RB Leipzig) und Cajetan Lenz (Bochum) – allesamt bislang nur aus der Bundesliga-Statistik bekannt, jetzt plötzlich Mittelpunkt einer möglichen EM-Mission.
Di Salvo verbannte jedes Risiko aus der Personalie. Assan Ouedraogo (Aufbautraining) und Ilyas Ansah (vereinsinterne Absprache) bleiben zu Hause, Lennart Karl rückt direkt in den A-Kader auf – ein Luxusproblem, das den Coach lächeln lässt. Dafür kehren Linus Gechter (Hertha) und Brajan Gruda (Leipzig) zurück, frisch von der letztjährigen Europameisterschaftserfahrung getragen.

Zwölf punkte, ein achtkampf, vier tickets
Die Tabellenlage ist so simpel wie brutal: Drei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Griechenland, vier Vorsprung auf Verfolger Nordirland. Holt die DFB-Auswahl maximal sechs Punkte, ist der Gruppensieg drin – und mit ihm direkt die Teilnahme in Albanien/Serbien 2025. Patzt man in Athen, drozt das Play-off-Duell gegen einen der sieben anderen Zweiten, in dem ein einziges Tor über Monate harte Arbeit entscheidet.
Kick-off in Braunschweig ist am 27. März, drei Tage später geht’s in Thessaloniki vor 30 000 Fans in ein echtes Hexenkessel-Comeback. Di Salvos Taktik? Kein Wort. Aber die Namen im Kader verraten schon die Marschroute: Seimen im Tor, Jeltsch als Kommandant, Bischof als Antreiber. Und vorne El Mala, der in Köln gelernt hat, dass Tempo allein keine Tore bringt – nur die richtige Entscheidung im Sekundenbruchteil.
Die U21 war jahrelang das deutsche Erfolgsmodell, das andere Nationen studierten. Jetzt steht sie am Scheideweg zwischen Weiter-so und Neuanfang. Griechenland ist mehr als ein Gegner – es ist der Gradmesser dafür, ob dieser Jahrgang bereit ist, im nächsten Sommer nicht nur dabei zu sein, sondern mitzumischen. Die Antwort gibt’s schon in zehn Tagen, nicht in irgendwelchen Statistiken, sondern auf dem Rasen von Toumba.
