Champions league-unsicherheit: deutsche handball-clubs bangen um die teilnahme
Die Spannung in der Handball-Bundesliga ist kaum zu überbieten – nicht nur wegen des Kampfes um die Meisterschaft, sondern auch wegen der Ungewissheit, wer neben dem designierten Serienmeister Magdeburg überhaupt die Chance auf ein Ticket für die EHF Champions League hat. Fünf Teams liefern sich ein enges Rennen, doch die komplizierten Regeln der Europäischen Handballföderation (EHF) lassen deutsche Top-Klubs im Unklaren und sorgen für wachsende Frustration.

Ein reglement, das kopfzerbrechen bereitet
Während der VfL Gummersbach nach Jahren der Durststrecke eine herausragende Saison spielt und als Vierter die Champions League in greifbarer Nähe wähnt, herrscht Verwirrung über die genauen Kriterien für die Vergabe der Startplätze. Sportdirektor Christoph Schindler kann seine Frustration kaum verbergen: „Wir wissen mal wieder nicht, welcher Tabellenplatz uns in Europa weiterbringt. Das ist eine Zumutung und ein echtes Problem im Handball.“
Die EHF scheint die Situation nicht zu vereinfachen. Theoretisch hat die Bundesliga als eine der Top-10-Nationen im Ranking das Recht, bis zu zwei „Upgrade-Requests“ zu stellen. Doch was bedeutet das konkret? Und wie werden diese Anträge bewertet, wenn gleichzeitig deutsche Teams in der Champions League (Magdeburg) und der European League (Kiel, Flensburg, Melsungen, Burgdorf) um den Titel spielen und somit ebenfalls ein starkes Pochen auf einen Platz im prestigeträchtigsten europäischen Vereinswettbewerb haben?
Die EHF selbst gibt sich ausweichend. Eine offizielle Stellungnahme besagt lediglich, dass die Vergabe der zusätzlichen Plätze „im besten Sinne des Wettbewerbs“ erfolgen werde, wobei sportliche, wirtschaftliche und organisatorische Aspekte berücksichtigt würden. Der Kriterienkatalog befinde sich „gerade in der Überarbeitung“ und die finale Anpassung sei für April geplant.
Die Füchse Berlin, mit dem Starspieler Mathias Gidsel, sind ebenfalls betroffen und bangen um ihre Chancen. Der finale Reglementsentwurf soll erst mit den Anmeldeunterlagen verschickt werden, die Deadline ist der 16. Juni, die endgültige Aufstellung der Teams vor der Gruppenauslosung am 26. Juni.
Bis dahin müssen sich die Verantwortlichen und Spieler der deutschen Clubs noch gedulden – und hoffen, dass ihre Leistungen auf dem Feld die Entscheidungsträger in der EHF überzeugen. Denn eines ist klar: weiteres zügiges Vorankommen in der Liga ist die beste Versicherung gegen die Ungewissheit, die von oben kommt. Die deutsche Handball-Szene hält den Atem an, während die EHF sich Zeit nimmt, die Zukunft der europäischen Königsklasse zu bestimmen.
