Brahim díaz feiert sein comeback: panenka-trauma wird zum triumph
Der kleine Mann von Málaga spielte sich in fünf Spielen vom Bankdrücker zum Matchwinner. Heute läuft Brahim Díaz erstmals seit seinem umstrittenen Elfmeter im Afrika-Cup für Marokko auf – und kehrt als König vom Niedergang zurück.
Elfmeter-fluch wurde zum team-motor
18. Januar, Finale in Korinth: Brahim verschießt die Panenka, Senegal jubelt. Zwei Wochen später steht er im Real-Madrid-Dress da, wo ihn kaum jemand erwartete: in der Startformation. Fünf Mal nacheinander nominierte ihn Arbeloa, fünf Mal gewann Real. Die Statistik lügt nicht: Kein Castilla-Spieler berührt häufiger den Ball im gegnerischen Strafraum (7× im Derby), keiner gewinnt mehr Duelle (11, gleichauf mit Julián und Hancko). Die Zahlen sind sein Immunsystem gegen Erinnerungen.
Die Abstinenz von Mbappé und Bellingham öffnete ihm Tür und Tor. Gemeinsam mit Vinicius formierte er ein Doppel, das drei Assists und zwei Elfmeter herausspielte – nur in den letzten vier Pflichtspielen. Die „zweite Garde“ wurde zur ersten Adresse für Torgefahr.

Von der reservistenrolle zum lehrbeispiel
Im Oktober noch hinter Palacios und Pitarch eingestuft, sprach Arbeloa mit dem Flügelflitzer. Was folgte, war kein Handschlag, sondern ein Pakt: „Zeig mir, dass du bereit bist.“ Die Antwort folgte auf dem Platz, nicht in Pressekonferenzen. Trainer und Kapitäne zitieren ihn mittlerweile als Musterbeispiel für mentale Widerstandskraft – eine Eigenschaft, die im Kader der Königlichen Goldwert besitzt.
Die Kurve zeigt nach oben, doch die nächste Probe folgt sofort. Nach dem Länderspiel gegen Ecuador geht es für Real in Liga und Champions League gegen FC Barcelona und Bayer Leverkusen – Begegnungen, in denen Rotation tabu ist. Wer jetzt liefert, behält das Trikot. Brahim kennt die Regel: Sieger erfinden sich neu, Verlierer erklären sich aus.
Im Metropolitano von Madrid wird heute Abend ein Beweis geliefert, dass Fußballfans verzeihen – wenn der Absender Tore liefert. Tausende marokkanische und ecuadorianische Anhänger werden ihre Hymnen singen, Brahim wird mitsingen. Und vielleicht denkt er einen Sekundenbruchteil an jene Panenka, die ihn fast in den Abgrund stürzte. Dann wird er sprinten, dribbeln, treffen. Denn der Sportschreibt die besten Geschichten, wenn der Protagonist die Feder selbst übernimmt.
