Bayern-frauen im pokal-kracher: hsv will giganten stürzen
Das Volksparkstadion bebt wieder – diesmal für die Frauen. 11.500 Tickets sind weg, die Roten sind da, und der HSV träumt vom Pokal-Sensation. München reist als Monster-Favorit an die Elbe, 38 Punkte Vorsprung, 89 Tore Differenz, das letzte Duell endete 6:0. Doch Pokal ist Pokal, und José Barcala warnt vor Hybris.
Barcala schlägt alarm – trotz gegner aus zweiter liga
„Komplett anders“, sagt der Bayern-Trainer und meint: keine Rückholschlamperei, kein Platz für Fehler. Der spanische Chef weiß, dass der HSV in der eigenen Arena wächst. 11.500 Zuschauer – das ist dreimal so viel wie beim letzten Liga-Gastspiel, aber 5000 weniger als vor zwölf Monaten gegen Gladbach. Die Zahlen spiegeln ein zwiespältiges Selbstvertrauen: Hamburg glaubt an Aufbruch, aber kaum jemand an den Sieg.
Die personelle Lage der Münchner ist angespannt. Klara Bühl zerrte sich die Waden-muskulatur im DFB-Trikot und fehlt mindestens zwei Wochen. Katharina Naschenweng riss sich das rechte Knie gegen Slowenien, fällt monatelang aus, Champions-League-Viertelfinale inklusive. Barcala kann nicht einmal rotieren, muss seine Start-elf schon wieder umschreiben.

Volksparkstadion wird zur zitadelle – aber nur für 90 minuten
Der Rasen ist groß, die Tribüne laut, die Nordkurve wird singen. Für die Bayern-Frauen ist das kein Schrecken, sondern ein Testlauf fürs Finale. Denn wer den Pokal verteidigen will, muss auch in Betonlöchern gewinnen. Barcalas Ansage: „Wir nehmen es sehr ernst, wir wollen kein Pokal-Opfer werden.“ Die Spielerinnen hören das, nicken, wissen um die Macht des Moments. Ein Tor reicht, um Hamburg auf sechs Räder zu stellen.
Morgen um 18.30 Uhr fliegt der Ball, die Kameras laufen, die Nation schaut kurz hin – und dann weiter. Aber für 23 Frauen auf dem Platz ist das Spiel ein Jahres-highlight. Für die Bayern die nächste Station auf dem Weg zum Double, für den HSV die Chance, sich mit einem Schlag in die Geschichtsbücher zu schreiben. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, die Chance ist real. Genau das macht den Pokal so gefährlich.
Am Ende zählt nur ein Wert: 1-0 oder 0-1. Die Bayern haben die Klasse, der HSV die Leidenschaft. Wer die Nerven behält, steht im Halbfinale. Und wer weiß – vielleicht schreibt Hamburg an diesem Mittwoch das Märchen vom ewigen Underdog neu. Der Pokal hat schon größere Sensationen gesehen.
