Füchse berlin: aufstieg in gefahr – verbandschaos überschattet sportlichen erfolg

Reinickendorfs Füchse Berlin stehen kurz vor dem Aufstieg in die Oberliga, doch ein dunkler Schatten liegt über dem vermeintlichen Triumph: Sportrechtliche Unklarheiten und ein kompliziertes Regelwerk des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) könnten den Aufstiegswahn jäh unterbrechen.

Tabellenführung unter vorbehalt

Die Mannschaft von Trainer Sanel Begzadic dominierte die Berlin-Liga in beeindruckender Weise und setzte sich am vergangenen Spieltag mit 4:1 gegen Berlin Türkspor durch. Ein Vorsprung von 20 Punkten auf den Zweitplatzierten SC Charlottenburg und 22 Zähler auf Blau-Weiß 1890 Berlin deuteten auf eine sichere Meisterschaft hin. Doch die Freude wich schnell der Ernüchterung: Mehrere Verfahren vor dem Sportgericht, ausgelöst durch den Einsatz nicht berechtigter Spieler, werfen einen ungewissen Schleier über den Erfolg.

Das problem: dfbnet und die flickwerk-regelung

Das problem: dfbnet und die flickwerk-regelung

Im Kern der Problematik liegt ein Beirats-Beschluss des BFV, der Meisterschafts- und Pokalspiele als einen gemeinsamen Pflichtspielblock behandelt. Dies führt zu Verwirrungen bei der Übertragung von Sperren, da das bundesweit genutzte DFBnet-System diese Regel technisch nicht abbilden kann. „Das System muss funktionieren. Es kann nicht auf die Mannschaften ausgelagert werden, und es wird für die Teams ohnehin immer schwieriger, alle Regeländerungen zu überblicken“, so ein frustrierter Begzadic.

Der Auslöser war ein Einspruch des SSC Südwest im Dezember des vergangenen Jahres, der zu einer nachträglichen Punktvergabe führte. Nun droht eine ähnliche Situation für die Füchse Berlin, deren 3:0-Sieg gegen Blau-Weiß 1890 Berlin aus dem Dezember 2025 ebenfalls auf der Kippe steht. Die Situation ist paradox: Der BFV reagiert auf die entstandene Verwirrung, indem er ab der nächsten Saison zur getrennten Zählweise von Gelben Karten zurückkehren will – eine Maßnahme, die die Tabelle erst dann wieder ein wahres Bild wiedergeben soll.

Ein verein, viele stars

Ein verein, viele stars

Die Füchse Berlin sind mehr als nur ein Fußballverein; sie sind eine Institution. Spieler wie Ibrahim Maza (Bayer Leverkusen), Ex-Profis Ashkan Dejagah (u.a. VfL Wolfsburg, Hertha BSC) oder Kevin-Prince Boateng (u.a. AC Mailand, Schalke 04, Hertha BSC) sowie Welt- und Europameister Thomas Häßler spielten hier einst. Ein Aufstieg in die Oberliga wäre nicht nur eine sportliche Leistung, sondern auch eine Hommage an die lange und erfolgreiche Geschichte des Vereins.

Ob die Füchse Berlin ihren Aufstieg tatsächlich feiern können, bleibt abzuwarten. „Wir wollen es am Ende aber sowieso sportlich schaffen“, betont Begzadic. Das Urteil des Verbandes steht noch aus, doch die Mannschaft hat einen komfortablen Vorsprung aufgebaut. Die Fans hoffen, dass die sportliche Leistung am Ende über die bürokratischen Hürden triumphiert.