Kofane will arsenal mit eto’o-spirit stürzen

Es ist sein 45. Geburtstag, aber Samuel Eto’o bekommt das schönste Geschenk ausgerechnet von Leverkusen. Christian Kofane, 19, klettert heute Abend in der Champions League auf die große Bühne – und trägt die DNA des Kameruner Idols mit sich.

„Eto’o bewies, dass ein afrikaner alles erreichen kann“

„Herzlichen Glückstag, Boss“, sagt Kofane und grinst wie ein Schuljunge, der gerade die Hausaufgaben vom Lehrer abkriegt. „Er hat mir als Kind gezeigt: Der Ball kennt keine Pässe, nur Tore. Wenn er das schafft, warum nicht ich?“ Die Frage ist berechtigt. Seit seinem Wechsel im Sommer 2025 schraubt Kofane die Erwartungen an Bayer 04 immer weiter nach oben: sieben Tore, acht Vorlagen, Platz drei der internen Scorerwertung – hinter Schick und Grimaldo, vor allen anderen.

Die Zahlen sind kein Zufall. Kofane spielt, als hätte jemand den Turbo-Knopf festgeklebt. Gegen Freiburg presste er 34 Mal, gewann 67 % seiner Duelle und legte das 3:3 auf. „Er hasst es, zu verlieren“, sagt Coach Kasper Hjulmand. „Nach meiner Kritik hat er extra um mehr gefordert – das ist Selbst-Coaching, nicht Nachhilfe.“

Arsenal kommt mit sieg-serie, doch leverkusen kennt die underdog-rolle

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Die Gunners sind in dieser Saison noch ungeschlagen in der Königsklasse, schossen 25 Tore, kassierten drei. Auch den FC Bayern schickten sie mit 3:1 nach Hause. Doch Leverkusen hat die Antithese im Blut: In der Gruppenphase zerlegte die Werkself Manchester City 2:0, in der Quali zog sie gegen Olympiakos den Stecker raus. „Wir sind keine Gäste, wir sind Geisterfahrer“, sagt Hjulmand und lacht trocken. „Die Spur verläuft plötzlich andersrum.“

Standardangst? Gibt’s nicht. Arsenal erzielte acht seiner letzten zwölf Tore aus Ecken und Freistößen. Leverkusen trainierte gestern 45 Minuten exakt diese Szenarien – mit Schick als zusätzlicher Kopfball-Abräumer, der aber wohl von der Bank kommt. Kofane startet von Beginn an. „Ich muss nicht den Eto’o-Kopfball imitieren, ich muss meinen eigenen Weg finden“, sagt er. Der klingt verdammt nach einem, der schon weiß, dass er den nächsten Legends-Kopf tragen wird.

Anpfiff ist um 21 Uhr, Emirates Stadium. Die Wettquoten sprechen 1,30 für Arsenal – aber die Geschichte spricht für Kofane. Vor zwei Jahren kickte er noch auf sandigen Feldern in Douala. Heute will er den Takt der Premier-League-Helden zerschlagen. „Fußball ist kein Spreadsheet“, sagt Hjulmand. „Er ist ein Spiel mit Herzschlag.“ Und der schlägt gerade kamerunisch.